Ben Goldacre: Battling Bad Science

Ich bin gerade so fertig von Uni, Hausarbeiten, Zahnarztbesuchen (bald kommt der 4. in einem Monat, Karies ich liebe dich), Kranksein, Essen machen, Rezepte schreiben (ja, der Hauptgrund warum  ich keine Rezepte mehr poste ist weil ich auch ein Kochbuch schreibe, aus irgendeinem Grund. Im Endeffekt vielleicht nur für mich. Man wird sehen), Termine mit einem Trainer beim Sportstudio bekommen, endlich mein Ölgemälde für meinen Freund fertig zu malen, zu lesen, endlich diesen Roman den ich seit 12 Jahren schreiben will zu schreiben und von den Lebensmittel und Kleidermotten die mein Leben gerade noch schwerer machen. Ich musste schon so viele Kleider wegwerfen. Die machen es einem nicht leicht tierfreundlich UND ökologisch zu sein. Ich hoffe der Lavendel hilft irgendwann und irgendwie… Und politisch aktiv will man auch noch sein. Und ein Privatleben haben. Aber dann wird man krank und erinnert sich, dass man noch 2 Wochen für zwei Hausarbeiten hat und weiß dass das nicht geht, und eine Klausur auch noch kommt und ach ja, der 3-Tage-Extra Uni kurs für den man noch hunderte von Texten lesen soll und vorbereiten. Aber Animal Cognition, was für ein spannendes Thema!

Neben all diesem Kram will ich dauernd bloggen. Immer fallen mir neue Sachen ein die ich schreiben will und muss, und das macht mich auch müde. (Ich blogge auch noch andersweitig über Konzerte in Berlin, das nimmt natürlich auch Zeit weg..).

Eigentlich wollte ich endlich mal über das Buch “Kein Fleisch macht glücklich: Mit gutem Gefühl essen und genießen” schreiben (Kurzinfo: gutes Buch. Lesen.) und natürlich über die paar Tage die ich in Leipzig mit meiner Mutter war. Da hab ich so viel veganen Süßkram gegessen, der so gut war. Brownies und Cupcakes zum reinlegen…

Aber nein, wie das so ist. Wenn man so kurz zwischen Tür und Angel Zeit hat was zu schreiben, kommt natürlich was anderes dabei raus. Und das ist ein Post der nur „ganz schnell und kurz“ auf Ben Goldacre aufmerksam machen will mit einer dringenden Schauempfehlung für das Video unten.

 

 

Ich bin ein ganz großer Fan von Ben Goldacre, ursprünglich ein Arzt der dann Wissenschaftsautor und Epidemiologist wurde. Er hat mir so sehr geholfen dabei viele Dinge in der Ernährung und auch in Veganerkreisen kritisch zu hinterfragen. Damit macht man sich zwar nicht beliebt, aber im Endeffekt muss es trotzdem sein. Sein erstes Buch ist so toll, ich werde es bald noch einmal lesen und dann hoffentlich auch vorstellen können um daran auch ein wenig zu zeigen warum ich oft so negativ reagiere wenn von bestimmten Leuten bestimmte Aussagen zu Rohkost oder alternativen Medizintheorien kommen  – und das soll man nicht falsch verstehen, das Problem der alternativen Medizin ist nicht das sie alternativ ist, viele tolle neue medizinische Ideen kommen von Dingen die erst lange für unsinnig gehalten werden. Aber wenn es ganz ganz viele Studien gibt, die zeigen, dass etwas nicht wirkt. Oder es gibt garkeine Studien und Beweise für etwas, dann sollte man da eben auch kritisch bleiben. Auf Deutsch sieht sein erstes Buch „Bad Science“ leider selbst ziemlich unwissenschaftlich aus. Dabei ist es top recherchiert und dabei doch ganz schnell und leicht zu lesen.

 

 

denn die wahre Bedrohung durch die Quacksalber liegt nicht etwa darin, dass ihre Kunden sterben könnten – was schlimmstenfalls auch passieren kann, aber ich möchte nicht ständig darauf rumreiten -, sondern dass sie das Verständnis der Öffentlichkeit von wissenschaftlicher Beweisführung systematisch aushöhlen.“

Gerade kommt sein neues Buch „Bad Pharma“ raus indem er sich mit den Problematiken der Pharmaindustrie beschäftigt. Das finde ich sowieso schon extrem interessant, aber besonders freut mich, dass er wirklich jede Seite kritisch hinfragt. Das heißt von der Alternativmedizin kann er nicht als einer der bösen Pharmaleute dargestellt werden, die nur nicht wollen, dass funktionierte Alternativmedizinen ans Licht kommen. Und die Pharmaindustrie kann ihn natürlich auch nicht als Quaksalber abstempeln. Ich freue mich sehr wenn das Buch in der Buchhandlung liegt und ich es mir abholen kann. Auf dem Bild oben übrigens Goldacre mit seinem neuen Buch.

Hier ist ein Tolles Video von ihm wie er ihn 15 Minuten einen groben Überblick über seine Arbeit gibt. Und er ist, wie gesagt, ganz ganz toll. Leider muss er in diesem Vortrag recht schnell reden weil er nur so wenig Zeit hat, aber es lohnt sich wirklich sich das ganze mal anzusehen. Ursympathisch ist er auch noch.

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Playing With Eels

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute haben mein Freund und ich einen netten Ort mit einem schrecklichen Namen entdeckt: Playing With Eels befindet sich in Kreuzberg zwischen Südstern und Schönleinstraße und ist Buchhandlung, Café und Galerie in einem. Wenn man es betritt sieht man Theke, gemütliche rechte verschnörkelte Stühle und Sessel und bereits ein paar Bücher. Eins der Bücherregale ist zum Schmökern da, im anderen finden sich Romane und Sachbücher zum Verkauf. Durch einen kleinen Durchgang kommt man in ein kleines Zimmer in dem noch ein paar andere Bücher zum direkten kaufen liegen (inklusiver einer kleinen aber netten englischen Auswahl). Bestellen kann man die Bücher natürlich auch, und wie es in den meisten Buchhandlungen ist, sind die Bücher in der Regel zum nächsten Tag da.

Vom Café geht auch noch ein Gang nach Hinten ab. Dort befindet sich dann eine Galerie mit wechselnden Ausstellungen. Im Playing With Eels finden auch regelmäßig Veranstaltungen statt wie Lesungen und Vorträge. Da es den Laden erst seit Juli gibt wünsche ich viel Glück, gerade da er sich nicht in der hippsten Straße befindet, sondern einige Kreuzungen davon entfernt liegt.

Was mich als Veganer natürlich hier hin gebracht hat: Das Angebot. Jede Woche gibt es ein anderes Angebot an Essen. Suppe, Sandwiches, Kekse, Müsli und Ähnliches und davon immer irgendetwas vegan und gekennzeichnet. Heute war beispielsweise die Suppe (3,80) vegan, es gab ein Tofu-Sandwich (3,60) und zwei süße vegane Snacks (1,20-1,40) .

Lecker sehen die veganen Sachen natürlich auch aus:

 

 

 

Das Müsli kann man immer auch mit Sojajoghurt oder Sojamilch bestellen. Den Café und die heiße Schokolade natürlich auch. Mein Freund und ich haben beide ein Tofu-Sandwich genommen das aus leckerem Weißbrot (Cabbiata? Dickerem Baguette?), angebratenem Gemüse wie Zuccini und Kartoffelscheiben, frischem Salat und einer Scheibe angebratenem Tofu bestand. Ich fand es lecker, mein Freund aber gleich sehr lecker, und das obwohl er ein „picky eater“ ist. Obwohl ich das Sandwich nicht aufessen konnte und mein Freund da aushelfen musste, bestellte ich noch eine Apfelzimttasche, die mir aber nicht schmeckte. Ich hab dann die Äpfelstücke gegessen und meinem Freund den Blätterteig mit Zimt gegeben. So hatten wir zumindet beide etwas süßes.

 

Die Preise sind gut, es gibt gratis W-LAN und die Atmosphäre ist gemütlich. Allerdings waren wir zu Beginn die einzigen Leute im Café, was mich immer ein wenig nervös macht. Das hat sich dann allerdings auch geändert. Alle Getränke und Speisen sind übrigens Bio, was ja auch immer ganz gut ist zu wissen. Ich liebe beispielsweise die Zisch Limos die ganz ohne Zucker auskommen und mit Traubensaft gesüßt sind. Ich habe nur rumgerätselt warum das 0,25 stille Wasser mit 2 Euro teurer ist als die 0,25 Apfelsaftschorle mit Sprudel für 1,90.

 

Ein empfehlenswerter netter Laden, in den ich bestimmt noch mal komme. Dann gibt’s auch eigene Fotos, diese hier sind von der Seite des Ladens geliehen. 😉

 

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„Neue Nazis“ – Rechtsradikalismus und Tierrechte?

In einem anderen Blog wurde ich letztens darauf aufmerksam, dass es eine Tendenz von Rechtsradikalen geben solle, sich die Themen (Bio)Landbau, Gentechnik und Tierrechte anzueignen. Ganz überrascht hat es mich nicht, schließlich geht Rechtsradikalismus eigentlich immermit Populismus einher, um die „Mitte der Gesellschaft“ anzusprechen und mit einem Wachsenden Bewusstsein für die Probleme der Nahrungsmittelindustrie, lassen sich eben viele Menschen mit diesen Themen erreichen.

Etwas interessantes  hierzu  las ich im neuen Buch von Toralf Staud und Johannes Radke: „Neue Nazis – Jenseits der NPD: Populisten, Autonome Nationalisten und der Terror von Rechts“.

Knapp bietet das 272-Seitige Buch zunächst eine Einführung in den deutschen Rechtsradikalismus post-2. Weltkrieg mit besonderem Augenmerk auf die DDR. Gerade diese geschichtliche Übersicht fand ich sehr interessant. Dann geht es darum dem Klischee des Neonazis auf dem Grund zu gehen und zu zeigen, dass eine rechte Gesinning heutzutage nicht mehr so leicht an Kleidung und Auftreten festzumachen ist. An Hand von Springerstiefel und Glatze lassen sich nur noch wenige Neonazis erkennen. Das Buch erzählt von der Szene der Autonomen Nationalisten, die vor Allem in Dortmund und in Berlin ansässig sind. Die Kleidung ist gemischt aber oft sehr stark von der Szene der Linken abgeschaut. Wenn ihr in Berlin wohnt zB sind euch vielleicht schon die Sticker aufgefallen die zunächst nach Antifa Stickern aussehen, bis man merkt dass es sich eigentlich um Anti-Antifa Sticker handelt… Die Autonomen Nationalisten haben sich aber auch anderes von der linken Szene abgeschaut: Es gibt gemeinsame WGs, viele politische Aktionen und eine recht gute Organisation.

Staud und Radke zeigen die Gefahr auf die von Rechts ausgeht und durch die Harmlosung der Mitte der Gesellschaft, durch Polizei und Parteien wie der CDU noch verstärkt wird. Das rechtradikale sich teilweise so kleiden, dass sie wie linke Autonome aussehen, hilft dem ganzen Unsinn a la Christiane Schröder auch nicht, die ja immer noch behauptet Linksradikalismus wären viel schlimmer als Rechtsradikalismus. Und als Linksradikal wird dann auch jeder bezeichnet der sich offen gegen Neonazis bekennt. Ein interessantes Interview mit einem Aussteiger der Autonomen Rechten ist als Anhang im Buch zu finden.

Das moderne Phänomen der rechtsradikalen Autonomen wird im Buch im Kontext der anderen rechten Strömungen gesehen. Es wird erklärt wie sich beispielsweise NPD und Autonome und Glatzen-Neonazis gegenüber stehen, denn das ist nicht immer freundlich. Gerade deshalb weil es bei Autonomen Kleidung und Essen gibt, dass dem feindlichen schwarzen Amerika entstammt und auch ein Döner wird nicht verschmäht. Ebensso feinden sich teilweise Sarrazinartige Pro Deutschland Bewegungen an, die sich vor Israelkritik hüten, und Antisemitische Sektoren die teilweise dem Islam außerhalb Deutschlands nicht nur negativ gegenüberstehen, schließlich wird der Islam als Israelfeind begrüßt.

Was hat das jetzt mit Tierrechten zu tun?

„In ihren konkreten Forderungen unterscheiden sich Autonome Nationalisten kaum von anderen Rechtsextremisten: Ein „sofortiger Einwanderungsstopp“ und „Arbeitsplätze zuerst für Deutsche“ werden häufig von ihnen gefordert, ebenso bei Revisionisten beliebte „objektive Aufklärung über die Geschichte des Dritten Reiches“. Allerdings sind die AN besonders flott, wenn es um das Anknüpfen an traditionell linke Themen geht, um Globalisierung, Castor-Transporte oder Ökologie. So gehen beispielsweise Autonome Nationalisten unter dem Motto „Umweltschutz ist Heimatschutz“ gemeinsam Müll sammeln. Als im Januar 2011 in Berlin-Mitte mehr als 20000 Menschen unter dem Motto „Wir haben es satt – Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumpingexporten“ demonstrierten, versuchten sich rund 30 AN-Neonazis einzureihen. Ihr Transparent zeigte, wie sich das Thema Tierschutz antisemitisch aufladen lässt. „Wir haben es satt – Dem Schächten ein Ende setzen“, stand darauf und zielte auf die unter Juden und Muslimen verbreitete Schlachttechnik. Auch damit stellen sich die An in die Tradition des historischen Nationalsozialismus, 1933 verabschiedeten die Nationalsozialisten das erste „Reichstierschutzgesetz“ in Deutschland. Der Block wurde schließlich von anderen Demonstranten als rechtsextrem erkannt und abgedrängt.

In manchen Bundesländern gab es zeitweise rechtsextreme Tiergrueppen, die vorwiegend aus der AN-Szene stammten und darauf setzten, dass Tierschutz gerade bei Jugendlichen ein positives Image genießt. Wie grotesk der Versuch werden kann, Tierschutz mit NS-Idiologie zu verbinden, zweigt das Program der inzwischen aufgelösten „AG Tierrecht“. Sie forderten, im Interesse der genetischen Reinheit, unter anderem ein „Zucht- bzw. Kreuzungsverbot verschiedener Tierarten und -Rassen“. (S. 106)

Hier findet man noch ein wenig Kritisches zur „AG Tierecht“ deren eigene Seite aber nicht mehr so wirklich da zu sein scheint. Hier direkt die Seite der nsantispe „Antispeziesisten(sic!) im nationalen Widerstand“ wenn jemand verstehen will wie sich Tierrechte in so ein falsches Weltbild einarbeiten lassen.

Zum Buch: Eine ganz klare Empfehlung für auch nur jeden der sich minimal fürs Thema interessiert und für die anderen sowieso.

Zum Thema Tierschutz & Nationalismus fällt mir vor Allem ein wie wichtiges ist zu schauen was dahinter steckt wenn jemand vom Tierschutz reden. Ob von Rechts, von Sekten oder ähnlichem. Nur weil jemand eine Sache richtig sagt, heißt dass noch lange nicht, dass es unterstützenswert ist. Eine kritische Sichtweise ist da oft angebracht.

 

PS: Falls ihr beim bösen Amazon bestellt, was ich nicht natürlich nicht empfehle, werden euch die vielen recht wirren 1-Sterne Kommentare sicher auffallen. Es scheint sich also aus der rechten Szene gewehrt zu werden.

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Yellow Sunshine

Yellow Sunshine ist für mich die Definition von vegetarischem Junk Food. Es ist schließlich auch Deutschlands erstes vegetarische Bio Fast Food Bistro. Der Laden ist zentral im hippen Teil Kreuzbergs gelegen und meistens recht gut besucht. Ungefähr die Hälfte der Gerichte ist vegan und klar deklariert. Ich war zirka 5 mal (oder öfter?) im Yellow Sunshine und mir hat es unterschiedlich gut geschmackt, mal toll, mal eher weniger. Das liegt auch daran, dass es nicht immer den gleichen Käseersatz gibt. Manchmal war der Lapplandburger grandios, einmal wollte ich ihn nicht aufessen. Die Pommes dagegen sind durchgehend sehr gut.

Wie das mit Fast Food so ist, es ist fettig, minder gesund und sicher nichts für jeden Tag. Aber wenn man sich als Veganer nach einem Burger und guten Pommes sehnt, ist man hier richtig. Und hier kann man sich auch sicher sein, dass die Pommes auch vegan sind (im Gegensatz zu McDonalds & co).

Die Speisekarte gibt es hier als PDF.

Die Nachspeisen fand ich bis jetzt alle immer recht fad, aber um ehrlich zu sein hatte ich nach Burger und Pommes auch selten noch Lust auf etwas anderes. Die Muffins sind recht trocken, das Eis schmeckt billig. Dafür gibt es einen Mango Lassi der auch mal wirklich Lassi-artig schmeckt.

Die Preise sind okay für Bio aber nicht sehr günstig, wenn man bedenkt dass es um Fast Food geht. Ein Burger kostet zwischen 4 Euro und 4,50. Wenn man einen Burger im Menu mit Pommes isst, kosten die Pommes noch 2 Euro drauf, Pommes & Salat macht 4,50. Für eine „runde“ Malzeit zahlt man also schon 10 Euro. Ein Getränk dazu kostet 1,50. Ketchup und andere Saucen kosten extra. Billiger kann man auch eine Suppe essen für 3,60.

Nachdem man an der Kasse bestellt hat, bekommt meine eine Nummer die dann aufgerufen wird wenn das Essen fertig ist. Ich würde euch auf jeden Fall empfehlen draußen zu sitzen, wenn das geht. Auch dort hört man die ausgerufenen Nummern meist recht gut (über eine Sprechanlage). Drinnen ist, gerade im Sommer, öfter die Luft schlecht und stickig.

 

Öffnungszeiten:

Sommer: So-Do 12°°-24°° Fr-Sa 12°°-01°° Uhr

Adresse:

Yellow Sunshine
Wiener Straße 19
10999 Berlin

U-Bahnhof Görlitzer Straße (U1)

Einfach Görlitzer Straße aussteigen und in die Wienerstraße einbiegen. Dann immer gerade aus und schon ist man da.

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Vegan-Vegetarisches Sommerfest

Vorweg: Ich fand das Ganze ziemlich ernüchternd. Ich mag sehr heiße Tage sowieso nicht, also bin ich nach der Arbeit schon mit einer schlechten Laune angekommen. Ich war im Endeffekt auch nur ungefähr eine Stunde da. Ich bin dann gegangen weil meine Haut einen Sonnenbrand ankündigte, es zu voll war um im kleinen Zelt zu sitzen und vor der großen Bühne direkt in der Sonne zu sitzen hätte ich in der Hitze nicht ausgehalten. Außer dem kleinen Zelt gab es leider keine Möglichkeit der Sonne zu entkommen. Ich habe mir zwei Mal alle Stände angeschaut, mit ein paar Leuten kurz geredet, und mich bei ein Emailverteilern eingetragen, Sea Shepard 5 Euro gespendet (die Pullover und T-shirts die es zu kaufen gab haben mir nicht gefallen).

Irgendwie schade fand ich auch, dass ich das Gefühl hatte das es sehr viel um Werbung und Verkauf ging. Bei den Essensständen ist das ja klar, aber wozu braucht man auf so Veranstaltungen Vertretungen von subobtimalen Firmen wie Lush? Dass die Piratenpartei und die Grünen jeweils einen Stand hatten fand ich dagegen recht interessant, auch wenn eigentlich niemand an den Ständen war. Ich hab mir dann mal das Parteiprogramm der Piraten mitgenommen, da doch jeder sagt, sie hätten kein richtiges.

 

 

Rechts die Hauptbühne.

Nicht das beste Bild um den Stand von Enimal Equality zu zeigen, aber Fotos an den Ständen zu machen war teilweise nicht ganz einfach. Enimal Equality fand ich recht beeindruckend. Auch die Aussage des Typens am Stand, dass es ihnen 100% um Tierrechte ginge, ob vegane Ernährung gesünder sei oder nicht sei bei ihnen alles kein Thema.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Bei Animals‘ Angels habe ich mir für 2 Euro Spende ein Heft über die Milchproduktion in Deutschland geholt. Ein wenig irritiert hat mich der christliche Touch. Allerdings scheint zumindest alles Geld direkt an ihre Arbeit für Tiere zu gehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Das war als visuelleHilfe um zu sehen, dass es in normalen Supermärkten viel veganes zu finden gibt. Allerdings war die Frau am Stand etwas hysterisch und schrill, also bin ich da nicht lange geblieben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit diesem Stand von Stadtvogel e.V. hatte ich ziemlich Mitleid. Daneben ging es auch noch um Ratten. Anscheinend interessiert sich auch da niemand für „solche“ Tiere. Fand ich ein wenig fragwürdig. Aber vielleicht war es ja auch nur Zufall.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein netter Stand an dem ich das Vegane Quiz gemacht habe und alle Antworten wusste (Tipp: Es ist immer die schlimmste Antwort). Irritiert hat mich trotzdem das „Roh macht Froh“ Buch unter anderem.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf T-shirts und Taschen gab es einen so großen Andrang, dass es die „Vegan means…“ Tasche nicht mehr gab als ich ankam. Schade. Aber vielleicht sollte ich eh lieber eine kaufen, die ich nicht eh schon dauernd in der Stadt sehe (ich weiß welch Luxusproblem in Berlin).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An diesem Stand lauschte ich einer Diskussion darüber ob vegane Produkte ohne Tiertests nicht BESSER sein müssten als andere um die Leute zu überzeugen. Das kann sein, ist aber ziemlich deprimierend wenn man die Prioritäten bedenkt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So war überhaupt die ganze Essensauswahl: Rohkost oder fettiges Fastfood. Die Rohkoststände wollte ich nicht unterstützen und für einen Hot Dog war es einfach viel zu warm. Außerdem ess ich eh nicht so gerne allein. Und die Schlangen an jedem Stand mit Essen waren sehr lang.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Zelt war gerade der Vortrag von Frauke Girus-Nowoczyn zur veganen Kinderernährung. Eigentlich ein interessantes Thema aber ich fand die Frau irgendwie unseriös. Ein Klick auf ihre Seite verbessert meine Meinung nicht unbedingt: Homoöpathie, Sankaran-Methode und „kritische Impfberatung“. Da läuten bei mir alle Glocken. Wenigstens war meine Intuition nicht falsch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich habe mir nur ein Los gekauft (und nichts gewonnen). Die Postkarten und Lesezeichen fand ich irgendwie nicht schön…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein kleiner Überblick.

Leider habe ich mich nicht getraut ein Foto vom Vegan Strength Team zu machen.

Ich habe ja leider einiges das ich sehen wollte verpasst, besonders Mahi Klosterhalfen von der Albert Schweitzer Stiftung, aber ich hätte nicht gewusst wo ich am Ort noch eine Stunde Schatten finden sollte.

 

Veganz Affinität zu Rohkost fand ich ja schon immer blöd, aber da kann ja immerhin sagen, dass sie ihren Kunden einfach beides anbieten, es gibt ja schließlich auch Tiefkühlpizzen bei ihnen. Aber jetzt auch noch Verschwörungstheorien gegen Impfungen anhängen? Das geht echt zu weit. Ich würde ihnen liebend gerne sagen, wie blöd ich das finde und wie traurig, denn es deskrediert die vegane Szene völlig.

Das war auch mein Hauptproblem mit diesem Sommerfest. Ich habe mir vorgestellt ich wäre als dem Veganismus-offene aber kritischer, rationaler, skeptischer Mensch dort hingegangen. Was für ein Bild hätte ich dann von diesen Tierrechtlern mitgenommen? Zumindest teilweise eines von Menschen die Homoöpathie, Rohkost, Verschwörungstheorien und anderen irrationalen Dingen anhängen. Mich als Veganer stört es ja schon sehr stark in meiner eigenen Wahrnehmung, aber ich weiß wenigstens dass das alles nichts mit Tierrechten und Veganismus an sich zu tun hat. Ich kann mir rauspicken was ich will und kann mich total auf Stände einlassen wie die von Animal Equality und den Human Animal Studies und den Rest ignorieren. Aber Leute die nicht wissen, dass nicht jeder Veganer auf irrationale „alternative“ Ideen anspringt, sehen einfach nur „Aha, das sind also Tierrechtler“.

Ich bin echt enttäuscht vom Sommerfest, und bezweifle ob ich da noch mal hingehe so lange es unkritische Rohkostdiskussionsrunden und ähnliches gibt.

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