Buchreview: Go vegan!: Warum wir ohne tierische Produkte glücklicher und besser leben

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zufällig fiel mir in der Bibliothek das Buch „Go Vegan – Warum wir ohne tierische Produkte glücklicher und besser leben“ in die Hände. Da ich grundsätzlich eigentlich jedes Buch über Veganismus ausleihe und lese, habe ich hier keine Ausnahme gemacht. Und das obwohl auf der Rückseite rießig der Schauersatz „Vegan zu leben liegt im Trend“ prangt. Das soll einem wohl zum Kauf animieren, mich schreckt es eher ab.

 

=Autoren=

Das Buch ist ein Sammelband der von Marlene Halser herausgegeben wurde, die mir bis jetzt unbekannt war. Sie schrieb ebenfalls die Einleitung. Die weiteren Texte sind von den unterschiedlichsten Personnen geschrieben, die alle über verschiedene Aspekte des Veganismus oder Nicht-Veganismus schreibens. Da das Buch ingesamt nur knapp 200 Seiten umfasst, hat jeder jeweils nur ein paar wenige Seiten.

Die Texte sind vom Koch und Kochbuchautoren Surham Göb, dem Arzt Dr. med. Ernst Walter Henrich, den Betreibern des berliner veganen Supper Club Nicole Just (die man wohl besser von ihren Kochbüchern kennt) und Felicia Mayer-Jendro. Des weiteren schreibt Schauspielerin und Model Ariane Sommer; Koch, Kochbuchschreiber und Restaurantbetreiber Björn Moschinski; der stärkste Deutsche Patrik Baboumian; der Winzer Klaus Wolf; Raphael Fellmer, der Gründer von Foodsharing; Tierretter Stephan Bröckling; Peta-Mitglied Edmund Haferbeck; Jogalehrerin Antje Schäfer; Bloggerin Claudia Renner; Attila Hildmann; der Sozialwissenschaftler Bernd-Udo Rinas; der Gründer der Veganz-Supermarktkette Jan Bredack; Ana und Snadra Umann, die das vegane High-Fashion-Label „Umasan“ gegründet haben; Stephan Becker der Naturkosmetikfirma benecos; Anne Bonnie Schindler und Sara Rodenhizer, die in Berlin einen veganen Sexshop betreiben; Marco und Tina Maas des veganen Tattoostudios „Farbenwelt“; die Gastronomin Sandra Forster.

 

=Inhalt=

Im Vorwort erklärt Marlene Halser die Idee des Buches. Zwanzig Vertreter der „veganen Szene“ wollte sie interviewen, um die Vielfalt darin darzustellen und zu zeigen wie homogen und differnziert diese Szene ist. Es beginnt damit, dass Surdham Göb beschreibt wie er Veganer wurde, sich dem Hinduismus annährte und wie er zum veganen Koch wurde. Mir so Aussagen wie „Wichtig ist, dass man bei der Umstellung nicht zu einem Discounter-Veganer wird, denn dann ernährt man sich nicht gesund.“ Wieso mein Gemüse von Netto nicht gesund sein soll, wird allerdings nicht erklärt. Ich schätze er meint, dass man als Veganer all seine Lebensmittel in Bioqualität kaufen soll? Da stimme ich erstens nicht zu, zweitens gibt es auch Bioprodukte im Discounter…

Das Kapitel des Arztes Dr. med. Ernst Walter Henrich finde ich zwar eigentlich gut, aber nur mit Abstrichen. Er erklärt warum Veganismus gesund ist, allerdings sagt er öfter „Studien haben gezeigt…“ und ich frage mich natürlich um welche Studien es genau gehen soll. Namentlich nennt er nur die China Study, was ich ein wenig schwach finde.

Ariana Sommers Kapitel darüber, wie Veganismus der Haut und dem Aussehen hilft ist zwar etwas oberflächlich und auch spekulativ/anekdotisch, dafür spricht sie an, was viele andere Menschen interessiert. Das „vegan-as-possible“ sein, also manchmal nicht vegan. Ich stehe da ja zwigespalten dazu. Ich bin total dafür, dass auch unvegane Menschen oft vegan ist, aber die Verwässerung des Begriffs erscheint mir eher kontraproduktiv.

Der Text des nicht-vegetarischen Winzers Klaus Wolfs, der auch veganen Wein verkauft, fand ich überflüßig und auch ein wenig selbstbeweiräuchernd. Einer der schlechtesten Texte war allerdings der von Edmund Haferbeck, der Tierrechtsorganisation PETA. Er verteidigt die teilweise schrecklichen Kampagnen von Peta (ob nun sexistisch, Holocaust-relativierend oder einfach nur dumm-beleidigend) damit, dass man nur mit Radikalität etwas bewegen könne, außerdem „Es ist nun mal so, Sex sells“. Ein extrem frustrierender Artikel, der mich nochmal daran erinnert hat, warum ich PETA wirklich nicht mehr unterstützen möchte.

Die restlichen Artikel schwanken zwischen informativ und Werbe-artig hin und her. Wieso eine vegane Modelkette interviewt wird, verstehe ich, aber wieso ein nicht-veganes Naturkosmetiklabel zu Wort kommt, nicht. Es wird doch wohl bessere Vertreter der „veganen Szene“ geben als nicht-vegane Firmen?

Interessant fand ich das Gespräch mit Nicole Just und Felicia Meyer-Jendro, darüber wie sie vegan wurden und wie es dazu kam, dass sie ihren veganen Supper Club in Berlin eröffneten. Auch Patrik Baboumians Text war spannend zu lesen. Er beschreibt wie er Veganismus mit Extremkraftsport kombiniert, wie seine Konkurrenten reagieren und beispielsweise wie er es schafft pflanzlich 300 Gramm Protein am Tag zu essen.

Ebenso finde ich Raphael Fellmers Text darüber wie und wieso er vegan und ohne Geld lebt interessant. Sein Projekt Foodsharing, in dem er Essen was sonst weggeworfen wird, versucht weiterzuvermitteln, ist sehr unterstützenswert.

Den Text des undercovere Tierretters Stefan Bröckling fand ich spannend, auch wenn ich nicht unbedingt zustimme, dass das die einzig richtige Art ist, etwas für Tierrechte zu tun. Positiv fällt noch der Text von Anne Bonnie Schindler und Sara Rodenhizer auf, die in Berlin einen veganen queerfeministischen Sexshop betreiben und erzählen, wie es dazu kam.

Beim letzten Text des Buches weiß ich nicht genau, was ich davon halte. Die Müncher Gastronomin Sandra Forster erzählt, wieso sie, als Veganerin, den veganen Hype nervig findet. Was genau die Aussage des Textes sein soll, fand ich auf Grund der wirren Struktur ein bisschen schwer herauszufinden. Aber es scheint, dass sie sich eigentlich nicht gegen den Veganismus als Solchen wendet, sondern gegen den Gesundheitswahn der damit einhergeht. Sie sagt, sie möchte eben auch ungesund leben dürfen als Veganerin, möchte rauchen, trinken, usw. Außerdem sei der gesellschaftliche Druck alles „richtig“ zu machen im Vegantrend nervig. Ich bin mir, wie gesagt, nicht wirklich sicher was ich vom Text halte, aber zumindest wird hier wirklich eine kontroverse Haltung vertreten. Wenn diese noch besser ausformuliert wäre, wäre das ein Pluspunkt gewesen.

 

=Meinung=

Eigentlich finde ich es einen interessanten Ansatz, die Vielfalt innerhalb der veganen Szene zu zeigen und aufzuzeigen, dass es verschiedene Gründe gibt, vegan zu leben. Die Umsetzung überzeugt mich allerdings nicht wirklich. Ich verstehe zunächst ein mal nicht für wen das Buch ist. Für VeganerInnen? Für Interessierte Nicht-Veganer? Da es keine richtige Einführung in die Thematik an sich gibt, kann es ja nicht für gänzliche

Vielleicht irritiert mich das Buch auch, weil ich mich wirklich von keinem der zwanzig Beiträge repräsentiert fühle. Natürlich können einem nicht alle Beiträge gefallen, dafür sind sie ja zu unterschiedlich. Aber zumindest einer der Beiträge könnte doch philosophischer-rationaler Natur sein.

Zumindest ein Beiträg könnte doch erwähnen, dass es völlig ok ist, „Discounter-Veganer“ zu sein, wie es in diesem Buch genannt wird. So wie das Buch ist, erscheint es nämlich eher etwas für die Besserverdiener unter uns sein, ein „Trend“ den ich neben dem Gesundheitswahn im Veganismus als wirklich bedenklich ansehe. Sich aus ethischer Sicht vegan zu ernähren, kann trotzdem heißen sich Bohnen und Reis von Aldi zu kaufen. Wenn man das als Buch von vornherein ausschließt, finde ich das weder fair den Menschen gegenüber, die sich für eine vegane Ernährung interessieren und nicht viel Geld haben, als auch den Tieren, die doch ein Interesse daran haben, dass der Veganismus möglichst offen für viele verschiedene Menschen ist.

Nur Raphael Fellmer, der ja schließlich ohne Geld lebt, zeigt, dass man nicht viel Geld haben muss um vegan zu leben. Allerdings denke ich, dass dies widerrum des andere „Extrem“ des Buches ist und die meisten Menschen leider noch nicht ganz für foodsharing bereit sind.

Ich kann mir vorstellen, dass dies ein interessantes Buch hätte werden können, wenn man etwa die Hälfte der Autoren durch andere ausgetauscht hätte, denn es muss doch noch bessere Vertreter der „veganen Szene“ geben. Ich denke zum Beispiel an kompetete Autoren wie Andreas Grabolle (Autor von „Kein Fleisch macht glücklich“) und Hilal Sezgin („Artgerecht ist nur die Freiheit“). Außerdem hätte eine bessere Struktur dem Buch gut getan. So wirkt das ganze zu wirr und zu unorganisiert.

 

=Fazit=

Wäre ich nicht schon Veganerin, würde mich dieses Buch wohl nicht inspirieren es zu werden. Die Idee verschiedene Figuren der „Szene“ zu Wort kommen zu lassen finde ich gut, und auch einige der Artikel sind interessant. Aber viele der Artikel sind extrem frustrierend und pseudowissenschaftlich (bei Rohkost würden alle Enzyme und Vitamine erhalten bleiben, lese ich da beispielsweise bei Claudia Renners Text). Außerdem bleibt mir die Zielgruppe des Buches schleierhaft. Ich gehöre auf jeden Fall schon mal nicht dazu. Vielleicht geht das ja „neueren“ Veganern anders.

Titel: Go Vegan! – Warum wir ohne tierische Produkte glücklicher und besser leben
Autorin: Marlene Halser (Hrsg.)
ISBN: 978-3-86883-306-5
Verlag: Riva
Preis: 16,99
Jahr: 2013
Seiten: 204

Das Buch wurde in Deutschland gedruckt und vollständig vegan produziert.

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Flax Restaurant in Dresden

Bereits letztes Jahr war ich kurz in Dresden und habe zwei Mal innerhalb meiner zwei Tage dort im „Flax“ reingeschaut. Das ist Dresdens zweites veganes Restaurant und kann es mit meinen veganen Lieblingsorten in Berlin locker aufnehmen. Dieses Jahr habe ich mich dann richtig ins Restaurant verliebt. Ich bekomm beim Ansehen der Bilder wieder direkt Hunger.

 

Die Atmosphäre ist gemütlich, es wirkt wie in einem stylischen, modernen Wohnzimmer.

Die Öffnungszeiten scheinen sich öfters zu ändern. Als ich letztes Jahr da war, gab es am Wochenende eine extra Frühstückskarte, diesmal haben sich die Öffnungszeiten am Wochenende auf den Abend beschränkt.

Die feste Speisekarte ist ziemlich klein (und als ich die rote Linsensuppe bestellen wollte, gab es sie nicht) aber dafür gibt es ein tolles wechselndes Tagesangebot, mit einigen Gerichten die immer mal wieder auftauchen.

Kartoffelröstpfanne mit Toast

Pfannkuchen mit Obst

„Feta“Burger mit Kartoffelecken, Aioli und ein wenig Salat

Indisches Curry mit Cashews & Koriander

Suppe mit „Würstchen“

Süßkartoffel-Pizza mit Aioli

Überbackenes Fladenbrot

Schokokuchen

 

In den fünf Tagen die wir in Dresden waren, waren wir 4 Mal im Flax. Die Preise sind gut: Ein Flaxburger oder eine Suppe bekommt man für unter 5 Euro, die anderen Speisen kosten meist zwischen 6 und 7, höchstens 8 Euro.

Mein Freund fand das indische Curry so lecker, dass er es an drei Tagen hintereinander bestellt hat und jedes Mal um extra Koriander gebeten hat. Das fiel der Köchin und Besitzerin auf, und wir wurden von der Bedienung darauf angesprochen, wie es käme, dass wir drei Abende hintereinander herkämen und er immer dasselbe bestellen würde. Warum wohl? Weil es so lecker ist! (Und natürlich auch, weil wir im Urlaub da waren, in Berlin geh ich nämlich nicht jeden Tag essen…)

Nach unserem Essen wurde uns dann ein Stück Kuchen aufs Haus gebracht, der natürlich sehr lecker schmeckte.

Am Tag unserer Abreise kamen wir zum Mittag vorbei und mein Freund entschloss sich, doch noch mutig zu sein und ein anderes Gericht auszuprobieren. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, war die Pizza mit Aioli-Belag sehr heftig und ölig aber vorzüglich. Laut ihm, die beste vegane Pizza die er bis jetzt gegessen hat.

Ich war bei den 4 Besuchen experimentierfreudiger und probierte die Würstchensuppe, überbackenes Fladenbrot, den Flax-Burger und den Feta-Burger. Mir schmeckte alles sehr gut, besonders die Kartoffeln und den Salat zu den Burgern. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass die Suppe eher eine Vorspeise-Größe hatte, mir dafür aber verhältnismäßig teuer vorkam. Außerdem fehlten die Würstchenstücke 😉 … Lecker war es trotzdem alles.

Würde wir in Dresden wohnen, würden wir wohl häufig im Flax vorbei schauen. Für fünf Euro einen leckeren Burger mit Beilage, der satt macht, in einer gemütlichen Atmosphäre mit sympatischer Besitzerin und Mitarbeitern – wer könnte da schon meckern?

Wenn ihr nur einen Tag in Dresden habt, steuert zielsicher aufs Flax zu. Ihr werdet es sicher nicht bereuen. Nur die Öffnungszeiten würde ich sicherheitshalber vorher noch mal online nachprüfen.

Flax: Schönfelder Straße 2, 01099 Dresden (Neustadt)

https://de-de.facebook.com/flaxvegan

 

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Burrito Baby – Vegan Mexikanisch Essen in Neukölln

Als Dank fürs Säubern eines verdreckten Ofens wurde ich gestern ins Burrito Baby eingeladen. Das ist ein kleiner gemütlicher  Laden der vegetarisches mexikanisches „streetfood, just a bit slower“ anbietet. Drinnen gibt es 4-5 Tische und ist etwas dunkel und ziemlich leger eingerichtet. Teilweise erinnert die Aufmachung der Tische etwas an einen Diner, in jeden Fall gemütlich. Draußen auf der Straße gibt es auch noch ein paar Tische.

Die Speisekarte hat mich zunächst ein wenig verwirrt, so dass ich einfach den Burrito genommen habe in dem das Wort Vegan bereits beinhaltet ist, den Vegan Hit für 6,80. Mein Freund bestellte den den Hot Mama für 5,90. Der liese sich, so weit ich es richtig verstehe allerdings auch mit cashewcreme für 50 Cent aufpreis veganisieren. Außerdem teilten wie uns Maischips mit Guacomole zur Vorspeise für 3,40. Das hätte allerdings wirklich nicht sein müssen, denn die Burritos sind wirklich groß und so musste mein Freund 1 1/2 Burritos essen.

Geschmacklich war mein Burrito gut, allerdings schmeckten manche Stellen ein wenig langweilig. Der Koriander und die Sojastreifen waren alle am unteren Ende des Burritos versammelt. Der Tortillateig aber war toll! Ich möchte auf jeden Fall noch mal hin und schauen ob man nicht auch von einem Miniburrito für 2,80 satt wird. Aber auch so sind die Preise in einem guten Preisleistungsverhältnis. Vegane Tacos bewegen sich preislich zwischen 5,70 und 6,70.

Wir bestellten auch zwei mal die hausgemachte Limonade. Die wurde zunächst vergessen, als wir nachgefragt haben kam sie aber dann und schmeckte sehr gut. Wer keine Lust hat sein Geld für Getränke auszugeben kann sich am Leitungswasser aus der Karaffe bedienen. Leider kostet die Sojamilch in den Café extra, aber die 30 Cent kann man wahrscheinlich gerade noch so verkraften.

Online habe ich gelesen, dass es wohl auch teiweise Nachspeisen am Tresen gäbe, durchaus auch vegan. Die waren allerdings ausverkauft als wir dort waren.

Auf der Website wird drauf hingewiesen, dass es passieren kann, dass man bis zu 25 Minuten aufs Essen warten muss. Bei uns ging es allerdings recht schnell.

Fairerweise muss ich sagen, dass ich nach dem Essen  Bauchschmerzen hatte, aber das kann sehr gut an der riesigen Portion gelegen haben. Ein guter Grund nochmal vorbei zu schauen und den Miniburrito auszuprobieren 😉

 

„Burrito Baby“ befindet sich in der Pflügerstraße 11 in Neukölln. Die nächste U-bahnstation ist die Schönleinstraße. Montags und Dienstag haben sie geschlossen.
Mittwoch-Freitag: 13-22.00, Samstag: 15-22.00, Sonntag: 15-21.00

 

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Happy Herbivore Abroad Kochbuch Review

 

Zur Zeit gibt es im großartigen Post Punk Kitchen Forum eine Cookbook Challenge. Die werde ich nutzen um ein paar Rezepte aus Kochbüchern auszuprobieren und euch dann das Kochbuch vorzustellen.

In der ersten Woche gab es „freie Wahl“ und so habe ich mir Happy Herbivore Abroad geschnappt, denn ich hatte vorher erst ein Rezept daraus nachgekocht und das wollte ich ändern. Über das zweite Lindsay Nixon Kochbuch Everday Happy Herbivore habe ich ja bereits ausführlich geschrieben. 

Aus dem dritten Happy Herbivore Buch habe bis jetzt 8 Rezepte ausprobiert:

 

Nonas Chickpeas (S. 51) – Schmeckte ziemlich lecker und durch die Rosinen sehr frisch und fruchtig.

Lentil Taco „Meat“ (S. 43) – Dieser Linsen+Ketchup Mansch war leider ungenießbar.

Hummus (S. 195) – Low-Fat Hummus ist nie so gut wie Hummus mit Öl, aber normalerweise mag ich ihn trotzdem. Dieser hier ist extrem trocken (fast hart und krümmelig), aber das eigentliche Problem ist, dass es viel zu sehr nach Kümmel schmeckt.

German Lentil Soup (S. 14) – Ob diese Linsensuppe besonders deutsch ist, weiß ich nicht. Geschmeckt hat sie auf jeden Fall gut. 

Lemon-Balsamic Chickpeas (S. 48) – Eine recht leckere, schnelle Art Kichererbsen zuzubereiten.

Cherry Clafoutis (S. 152) – Geschmacklich fand ich die Clafoutis gut, leider war die Konsistenz nicht so toll. Ich hab sie auch nicht heil aus der Backform holen können..

Sunshine Muffin (S. 250) – Geschmacklich fand ich diese Ananas-Muffins recht gut, aber leider waren sie bereits nach einem Tag total matschig. Also wann, dann alle 12 schnell aufessen.

Ebenfalls ausprobiert habe ich Spicy Mustard Chickpeas (S. 44), das zwar sehr sehr scharf war, aber als Beilage dennoch eine gute Idee ist. Im Endeffekt aber ist einfach nur Kichererbsen mit 1.5 EL Tabasco.

Das Kochbuch ist ebenso schön aufgemacht wie die anderen beiden Happy Herbivore Bücher. Das heißt: leicht zu navigieren, gut zu lesen, viele schöne Bilder. Zu jeden Rezept gibt es Nährwertangaben und zu fast jedem Rezept auch ein Bild. Im Unterschied zu den anderen Büchern sind hier auch Geschichten von ihren Reisen zu finden & Fotos dazu. Ich finde leider weder die Geschichten interessant, noch die Fotos schön. Mehr Rezepte wären mir lieber gewesen.

Nach der Woche des Rezepte Ausprobierens, eher enttäuscht vom Buch. Nach so einigen Fehlschlägen hab ich nicht mehr wirklich Lust, andere Rezepte auszuprobieren. Dazu kommt

a) Viele Rezepte sind bereits in den anderen beiden Kochbüchern enthalten, einige vollständig, bei anderen wurde eine Zutat ausgetauscht

b) Viele Rezepte bei denen es mir schwerfällt sie „Rezepte“ zu nennen und nicht eher „Anregungen“ oder etwas ähnliches. Beispielsweise das Rezept für muesli besteht aus „haferflocken, milchersatz, frucht nach wahl“, Taquitos (s. 53) bestehen aus „1 Dose refried beans, 8 tortillas“ und das Rezept für Pommes hat sogar nur eine Zutat: 1 Kartoffel.

c) Ein ganzes Kapitel beinhaltet nur Getränke, davon viele mit Alkohol. Auch sind recht viele Rezepte mit Alkohol zuzubereiten. Das ist für mich als Teetotal nicht nur nervig, sondern auch etwas irritierend bei einem Kochbuch was sich sonst anmaßt nur gesunde Rezepte zu präsentieren und dabei auch manchmal sogar etwas zu moralisierend rüberkommt. Wenn einerseits gesagt wird, nur schon ein Tropfen Fett sei schrecklich für den Körper und unglaublich gesundheitsschädlich (das wage ich doch zu bezweifeln) und auf jeden Fall zu vermeiden sei, und dann ein „whole foods, no oil, low fat, real nutrition“ Gesundheitskochbuch rausbringt,  dann sind Sangria und Radler Rezepte irgendwie  bizarr.

Ich hatte kurz überlegt ob ich das Kochbuch weggeben soll, denn nach den Fehlschlägen mit einigen Rezepten habe ich wenig Lust noch mehr ungenießbares Essen wegzuwerfen. Ich habe mich aber doch entschlossen das Buch zu behalten. Denn ich liebe es einfach zu sehr in Kochbüchern mit schönen Bilden zu schmökern.

 

Pro:
– Sehr einfach & für Neuveganer und Kochphobiker gut verständlich
– Gesund & alles mit wenig Fett
– Nährwertangaben
– Viele schöne Fotos!
– Viele Rezepte mit einfachen Lebensmitteln die leicht zu erhalten & günstig sind  

Kontra:

– Alle Angaben in cups/oz
– Wenig vollständige Malzeiten
– Viele sehr einfache Rezepte, die für die meisten Veganer nicht neu sind
– Viele Rezepte bereits so oder ähnlich in Happy Herbivore & Happy Herbivore Abroad
– Einige Rezepte funktionieren nicht oder schmecken fad
– Der Travelogue ist wenig gelungen
– Die Rezepte „aus aller Welt“ sind leider sehr vereinfachert und amerikanisiert, somit wenig authentisch. 

 

Wenn jemand Interesse hat an kalorienarmen, fettarmen und leichten und schnellen Rezepten, dem würde ich eher das erste Happy Herbivore Kochbuch empfehlen. Dann kann man ja weitersehen ob man so ein großer Fan ist, dass man auch die anderen Bücher kaufen möchte um seine Sammlung zu vervollständigen. Ansonsten kann ich das Buch Happy Herbivore Abroad eigentlich nur empfehlen, wenn man unglaublich gerne in Kochbüchern blättert und sich Fotos ansieht. Was die Rezepte und die Kreativität davon betrifft drängt sich leider das Gefühl auf, dass Lindsay Nixon ihren 5-Kochbücher-Vertrag mit ihrem Verlag schnell gerecht werden will und deswegen so schnell das 3. Buch 2012 erschien. Ihr 4. Kochbuch ist nämlich auch bereits fertig und erschient dieses Jahr.

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Lupinen, Lupinen & noch mehr Lupinen (von Alberts)

Bei Alles Vegetarisch gibt es zur Zeit eine Aktion in der man 7 Packungen Lupinen Produkte von Alberts vergünstigt im Paket erwerben kann. Irgendetwas hat mich geritten und ich hab es ausprobiert. Denn eine weitere Protein-Alternative zu Seitan, Tofu & Tempeh klingt immer gut. Allerdings muss dazu gesagt werden, dass in den Produkten auch Gluten und Sojasauce ist – also kein Ersatz für Allergiker.

Ich muss sagen, ich habe die Bestellung eher bereut. Zumindest kann ich ja meine Erfahrung damit teilen. Zu benutzen und verarbeiten sind alle Teile genau wie ihre Tofu und Seitan-Cousinprodukte. An Fleisch erinnert allerdings wirklich nur die Form. Die Konsistenz ist ein wenig „mehliger“ und nicht knackig oder eben so richtig zum reinbeißen, was manche ja beim Fleischverzicht vermissen.

Geschmacklich hat mich eigentlich nur das Lupinen Schnitzel überzeugt. Ich habe die Vermutung, dass es daran liegt weil mehr Öl drin ist (und es auch mehr Kalorien hat). Die Konstizent ist gut und kurz in der Pfanne erwärmt und dann in den Salat gegeben schmeckt es wirklich gut. Der Preis liegt bei 4 Euro für 200 Gramm. Sehr günstig ist es also nicht. Das Filet schmeckt ähnlich, und auch nicht schlecht.

Ganz anders dagegen der Burger. Ich konnte ihn nicht aufessen, so schlecht fand ich ihn. Geschmack und Konsistenz erinnerte mich irgendwie an Aspik…

Die Cocktailwürstchen waren von der Konsistenz her garnicht würstchenhaft, geschmacklich sind sie okay. Das Geschnetzelte und der Gyros schmecken irgendwie sehr ähnlich. Kalt sind sie nicht lecker, warm wiederum okay. Die Konsistenz ist sehr bröselig.

Einen Versuch sind Lupinenprodukte wert, aber vielleicht muss man nicht gleich das ganze Paket kaufen. Wenn man mal etwas neues ausprobieren sollte, dann würde ich dafür das Schnitzel oder Filet empfehlen. Vielleicht finde ich ja auch noch andere Firmen, deren Produkte leckerer sind. Diese hier waren nicht so großartig.

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