Eine unbequeme Wahrheit – An Inconvenient Truth

 

Gestern lief auf sixx die Doku „Eine unbequeme Wahrheit“ mit und von Al Gore. Ich hatte den Film von 2006 bereits vor ein paar Jahren gesehen und ihn für gut befunden, wenn auch etwas amerikanisch. Aber gerade die Portion „amerikanisch“ die so einer Doku über den Klimawandel eine genügende persönliche Note gibt damit sich hiermit ein Oskars gewinnen lässt.

Wenn man sich noch nicht mit dem Klimawandel beschäftigt hat ist es ein guter Einstieg, wenn man bereits etwas weiß ist es noch mal eine gute Zusammenfassung. Allerdings geht es hier nur darum zu zeigen, dass es menschliche Co2 Produktion ist die den Klimawandel schafft und dass wir etwas ändern können und müssen. Das schafft der Film trotz einiger Ungenauigkeiten (über die man nach dem Film lesen kann, die aber nicht wirklich ins Gewicht fallen) sehr gut. Auch schafft er es die Klimawandelskeptiker vorzuführen. Erschreckend ist es wenn man bedenkt, dass der Film 2006 herauskam und sich in den letzten 6 Jahren nicht wirklich etwas geändert hat. Jedenfalls nicht zum Besseren.

Leider geht der Film so gut wie gar nicht darauf ein WAS man privat machen kann um seinen eigenen Co2-Ausstoss zu verringern, Gore weißt nur darauf hin, dass man alles tun sollte damit dies geschieht.

Also, was ist das beste um Co2 zu reduzieren? Seine Nahrung umstellen.

Es gibt viele Websites auf denen man seinen Co2 wert berechnen kann, zb hier. Und neben Fahrzeugen, Fliegen, Strom, Heizen und allgemeinem Konsumverhalten ist die Ernährung der Knackpunkt für den privaten Co2-Ausstoß.

Von Fleischersatz vs Fleisch mal abgesehen  (s.u.) ist es natürlich sinnvoller und besser für die Atmosphäre keine Pflanzen zu produzieren und diese dann an Zuchttiere zu verfüttern, als einfach diese Pflanzen zu sich zu nehmen.

Man könnte natürlich sagen „Was interessiert mich der Naturschutz und die Welt? Mir geht es nur ums Tiere retten?“ aber ich finde es seltsam Naturschutz und Tierschutz so zu trennen. Tierschutz und Tierrecht bedeutet doch auch die natürlich Umgebung und den natürlichen Lebensraum von Tieren, Mensch oder Nichtmensch, zu schützen.  Ich denke also, dass Umweltschutz  und eben auch der Klimawandel Themen sind mit denen sich Tierrechtler wenigstens im Ansatz mit beschäftigen sollten.

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Ben Goldacre: Battling Bad Science

Ich bin gerade so fertig von Uni, Hausarbeiten, Zahnarztbesuchen (bald kommt der 4. in einem Monat, Karies ich liebe dich), Kranksein, Essen machen, Rezepte schreiben (ja, der Hauptgrund warum  ich keine Rezepte mehr poste ist weil ich auch ein Kochbuch schreibe, aus irgendeinem Grund. Im Endeffekt vielleicht nur für mich. Man wird sehen), Termine mit einem Trainer beim Sportstudio bekommen, endlich mein Ölgemälde für meinen Freund fertig zu malen, zu lesen, endlich diesen Roman den ich seit 12 Jahren schreiben will zu schreiben und von den Lebensmittel und Kleidermotten die mein Leben gerade noch schwerer machen. Ich musste schon so viele Kleider wegwerfen. Die machen es einem nicht leicht tierfreundlich UND ökologisch zu sein. Ich hoffe der Lavendel hilft irgendwann und irgendwie… Und politisch aktiv will man auch noch sein. Und ein Privatleben haben. Aber dann wird man krank und erinnert sich, dass man noch 2 Wochen für zwei Hausarbeiten hat und weiß dass das nicht geht, und eine Klausur auch noch kommt und ach ja, der 3-Tage-Extra Uni kurs für den man noch hunderte von Texten lesen soll und vorbereiten. Aber Animal Cognition, was für ein spannendes Thema!

Neben all diesem Kram will ich dauernd bloggen. Immer fallen mir neue Sachen ein die ich schreiben will und muss, und das macht mich auch müde. (Ich blogge auch noch andersweitig über Konzerte in Berlin, das nimmt natürlich auch Zeit weg..).

Eigentlich wollte ich endlich mal über das Buch “Kein Fleisch macht glücklich: Mit gutem Gefühl essen und genießen” schreiben (Kurzinfo: gutes Buch. Lesen.) und natürlich über die paar Tage die ich in Leipzig mit meiner Mutter war. Da hab ich so viel veganen Süßkram gegessen, der so gut war. Brownies und Cupcakes zum reinlegen…

Aber nein, wie das so ist. Wenn man so kurz zwischen Tür und Angel Zeit hat was zu schreiben, kommt natürlich was anderes dabei raus. Und das ist ein Post der nur „ganz schnell und kurz“ auf Ben Goldacre aufmerksam machen will mit einer dringenden Schauempfehlung für das Video unten.

 

 

Ich bin ein ganz großer Fan von Ben Goldacre, ursprünglich ein Arzt der dann Wissenschaftsautor und Epidemiologist wurde. Er hat mir so sehr geholfen dabei viele Dinge in der Ernährung und auch in Veganerkreisen kritisch zu hinterfragen. Damit macht man sich zwar nicht beliebt, aber im Endeffekt muss es trotzdem sein. Sein erstes Buch ist so toll, ich werde es bald noch einmal lesen und dann hoffentlich auch vorstellen können um daran auch ein wenig zu zeigen warum ich oft so negativ reagiere wenn von bestimmten Leuten bestimmte Aussagen zu Rohkost oder alternativen Medizintheorien kommen  – und das soll man nicht falsch verstehen, das Problem der alternativen Medizin ist nicht das sie alternativ ist, viele tolle neue medizinische Ideen kommen von Dingen die erst lange für unsinnig gehalten werden. Aber wenn es ganz ganz viele Studien gibt, die zeigen, dass etwas nicht wirkt. Oder es gibt garkeine Studien und Beweise für etwas, dann sollte man da eben auch kritisch bleiben. Auf Deutsch sieht sein erstes Buch „Bad Science“ leider selbst ziemlich unwissenschaftlich aus. Dabei ist es top recherchiert und dabei doch ganz schnell und leicht zu lesen.

 

 

denn die wahre Bedrohung durch die Quacksalber liegt nicht etwa darin, dass ihre Kunden sterben könnten – was schlimmstenfalls auch passieren kann, aber ich möchte nicht ständig darauf rumreiten -, sondern dass sie das Verständnis der Öffentlichkeit von wissenschaftlicher Beweisführung systematisch aushöhlen.“

Gerade kommt sein neues Buch „Bad Pharma“ raus indem er sich mit den Problematiken der Pharmaindustrie beschäftigt. Das finde ich sowieso schon extrem interessant, aber besonders freut mich, dass er wirklich jede Seite kritisch hinfragt. Das heißt von der Alternativmedizin kann er nicht als einer der bösen Pharmaleute dargestellt werden, die nur nicht wollen, dass funktionierte Alternativmedizinen ans Licht kommen. Und die Pharmaindustrie kann ihn natürlich auch nicht als Quaksalber abstempeln. Ich freue mich sehr wenn das Buch in der Buchhandlung liegt und ich es mir abholen kann. Auf dem Bild oben übrigens Goldacre mit seinem neuen Buch.

Hier ist ein Tolles Video von ihm wie er ihn 15 Minuten einen groben Überblick über seine Arbeit gibt. Und er ist, wie gesagt, ganz ganz toll. Leider muss er in diesem Vortrag recht schnell reden weil er nur so wenig Zeit hat, aber es lohnt sich wirklich sich das ganze mal anzusehen. Ursympathisch ist er auch noch.

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Intelligence² „Animals Should Be Off The Menu“ Diskussion mit Peter Singer

Am 20. März 2012 fand die neuste Intelligence² Debatte in Melbourne, Australien statt. Die These die diskutiert wurde ist „“.

Hier die 6 australischen Teilnehmer des Diskussion:

Pro:

 

Peter Singer: Einer der berühmtesten und wichtigsten lebenden Philosophen und gleichzeitig einer der wichtigsten Tierethikphilosophen, besonders bekannt durch sein Buch „Animal Liberation“.

 

 

 

 

Philip Wollen: Früherer Vizepresident der Citibank, der dann eine 180° Wandlung vollzog und nun Vollzeit-Philanthrop ist. Neben Tierrechten engagiert er sich für Menschenrechte, gegen Krieg, gegen Weltarmut, für Umweltschutz und vieles mehr.

 

 

 

 

Veronica Ridge: Kulinarische Journalistin, die 2010 den „Best Food Journalist Award“ bei den Le Cordon Bleu World Food Media Awards gewonnen hat für eine Serie von Essays über Ethik und Moral & Essen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kontra:

 

Fiona Chambers: Dozentin des Marcus Oldham Agricultural College, hat einen Abschluss für Angewandte Wissenschaft der Agrikultur und züchtet seit den 90ern Schweine.

 

 

 

 

 

 

Bruce McGregor: Wissenschaftler der bereits an vielen Universitäten Australiens gearbeitet hat, und sich auf Tierproduktion konzentriert, beispielsweise tierische Stoffe (Wolle, Cashmeer usw) oder Tierhaltung.

 

 

 

 

 

 


Adrian Richardson: Koch eines Melbourner Restaurants, sowie TV-Koch.

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine sehenswerte Diskussion zu der ich gerne mehr sagen würde, mir aber leider für eine tiefe Analyse die Zeit fehlt. Ich denke es wird klar, dass sich die Gruppe die gegen Vegetarismus aussprechen mehr als einmal selbst ins Bein schießt. Besonders Richardsons Argumentationen machen schlichtweg keinen Sinn. Ich präferiere bei der Pro-Seite ganz klar die rationalen Argumente von Peter Singer. Ich weiß dass viele Wollens Rede voller Pathos überzeugender finden, und das kann ich auch irgendwie gut verstehen. Er spricht klar die Gefühle der Zuschauer an, aber dabei gibt es halt auch einige Übertreibungen oder Überspitzungen was beispielsweise die Gesundheitsaspekte (ohne Tierprodukte = keine Krankheiten mehr…).

Am Ende muss man klar sagen, dass die Pro-Seite gewinnt. Nicht nur nach den Stimmen der Zuhörer.

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