Jahresrückblick 2012

Inspiriert von Foodsandeverything’s post  habe ich mich doch noch schnell entschieden einen kleinen riesigen Jahresrückblick 2012 zu machen. Eine Woche im neuen Jahr hinein darf man das noch. Sicherlich auch weil mein Silvester gänzlich unsilvestrig ausfiel (außer man lässt Gummibären essen, Drei Fragezeichen hören und mit Ohropax einschlafen als besonders festlich durchgehen) und ich erst nach dem Schreiben meiner „101 in 1001“ Liste Zeit gefunden habe über das vorherige Jahr nachzudenken.

 

Persönlich war 2012 für mich ein sehr wechselhaftes Jahr. Ich hoffe, dass dieses Jahr einerseits ruhiger wird, andererseits aber auch einen Tick interessanter. Ich wünsche mir, so langweilig es klingt, vor Allem Gesundheit für mich und andere.

Obwohl ich diesen Blog bereits seit Jahren habe, war 2012 ein großer Schnitt. Ich habe zum ersten Mal nur auf Deutsch gebloggt, den Server gewechselt und auch 90% meiner (amerikanischen) Leserschaft verloren. Ich bin mir immer noch nicht sicher ob das die beste Idee war, aber es führte auf jeden Fall dazu, dass ich begonnen habe viele deutsche vegane Blogs zu lesen. Obwohl ich viele tolle neue Leute getroffen habe, habe ich trotzdem das Gefühl, dass die deutsche vegane Szene oft ein wenig einseitiger ist als die englisch sprachrige. Ich hoffe also sehr, dass Veganismus und Tierrechte noch bekannter werden und es bald noch viele andere tolle Blogs zu lesen gibt und es vielleicht auch mehr Diversität zu finden gibt. Auch aus ganz eigennützigen Gründen, da ich manche Themen einfach nicht so spannend finde wie andere.

Ich habe 2012 auch sehr viel darüber nachgedacht wie dieser Blog ausgerichtet sein soll und war (und bin!) ein wenig am Ausprobieren. Die Jahre davor war es ein reiner Kochblog und das ist er definitiv nicht mehr. Auch wenn ich trotzdem gerne wieder mehr Rezepte posten würde. Dafür fehlt mir dann einfach oft die Zeit. Auch ist dieser Blog wesentlich persönlicher geworden, wie persönlich genau ich ihn haben will weiß ich immer noch nicht..
Meine persönlichen Ziele für die nächsten Jahre habe ich ja bereits gepostet. Allerdings fehlen da ein wenig allgemeinere Sachen zu diesem Blog:

  • Ich hoffe ich schaffe es 2013 eine Balance zu finden zwischen kritischem Denken und dem Vor-den-Kopf-stoßen von Menschen. Ich bin eigentlich ein sehr harmoniebedürftiger Mensch der sich nicht streiten will, aber ich sitze auch nicht gerne still herum wenn mir kritische Anmerkungen unter den Fingern brennen. Ich denke diese Art von Meinungsaustausch ist eigentlich auch wichtig, gerade wenn man Veganismus nicht nur als Livestyle versteht.
  • Mehr Reviews und Überblicke über die vielen veganen Möglichkeiten in Berlin. Da gibt es so viel und ich komme nie dazu entweder hinzugehen und darüber zu berichten. Was ist das denn? Sogar die Schuppen in denen ich öfter bin sind auf dem Blog gar nicht zu finden. Wie oft muss ich noch ins Viasko gehen und mich lecker vollfressen bis ihr dazu lesen könnt? Kommt nächstes Jahr ganz sicher. Viasko, Kopps, Veganz, Miss Saigon, Ponte Verde… alle schon (teils mehrfach) besucht und Fotos gemacht. Da muss ich mal meinen Arsch hoch kriegen und die auch posten.
  • Ditto Reviews zu Amsterdam & Leipzig. Beide 2012 besucht und toll gefunden und nur zu Amsterdam gibt es 1-2 Sachen zu lesen. Wobei Amsterdam vegan eher nay und Leipzig eher yay war. Das hätte ich anders erwartet, um ehrlich zu sein.
  • Ich hoffe ganz doll, wenn nächstes Jahr wieder gevichtelt wird. Ich habe mich so über mein Päckchen gefreut und habe sogar herausgefunden wie rohe Kakaobohnen toll schmecken. Nur schade fand ich, dass mein Gevichtelter keinen Blog hatte und ich so gar nicht erfahren habe, was er von meinem Päckchen hielt. 🙁
  • So viele Vegan Wednesdays wie möglich. Ich habe mich wirklich gefreut, dass die Idee in Deutschland aufgenommen wurde. Das ist immer ein so schöner Motivator zu posten. Ich finde es außerdem so interessant zu sehen was alle anderen Blogger auf ihren Tellern haben.So, das sind aber auch genug Ziele für 2013. Auf zum etwas fröhlicheren kulturellen Rückblick. Die Musikalben, Filme und Serien sind nicht alle aus 2012. Ich habe sie nur in diesem Jahr entdeckt und/oder sie haben mein Jahr stark geprägt:

Top 5 Musikalben

Komisches Musikjahr. Ich habe fast nur Klassik gehört, aber da irgendwie noch nicht DIE Aufnahmen/Interpreten gefunden die für mich herausstechen. Aber nicht wundern, wenn das nächste Jahr nur aus Klassikinterpreten besteht.

 

Zoé – „Música de fondo (Unplugged)“ (2011) Zoé – Luna (MTV Unplugged) von Zoe-Official

Da ich meine mexikanische Lieblingsband wohl leider nie live erleben werde, außer ich schaffe es irgendwie doch noch nach Südamerika oder sie spielen zumindest in Spanien oder oder (man darf träumen), da haben sie 2011 wenigstens ein Livealbum herausgebracht, das ich mir 2012 endlich als Import bestellt habe. Nach dem exzessivem Hören des Albums würde ich sie zwar noch lieber live sehen als sowieso schon, aber das ist das Zweitbeste was man bekommen kann. Außerdem ist es schön auf dem Album viele Lieder in ganz anderen Versionen zu hören. Besonders heraus fällt da die Aufnahme von „Luna“ in der der Hauptvokalpart von Denise (der Sängerin der tollen mexikanischen Indieband “Hello Seahorse!”) übernommen wird. Ich mag ja das Original, aber das hier ist einfach nur grandios. Ihre Stimme macht mich ganz neidisch.

Angus & Julia Stone – „A Book Like This“ (2007)

Ich weiß nicht wirklich sich diese Band oder dieses Album in mein Leben geschlichen haben. Ich liebe es wie die beiden Stimmen harmonieren und wie wunderbar warm sich diese Musik anfühlt. Dafür braucht man kein Rad neu erfinden, wenn man es schafft diese „melancholische Fröhlichkeit“ so lässig klingen zu lassen.

 

The XX – XX (2009)

Ich habe eine unglaubliche angeborene Abneigung gegenüber Hypes. Deswegen hat es auch drei Jahre gedauert bis ich mir endlich das Debütalbum von The XX ohne Vorbehalte anhören konnte. Was soll man sagen, außer dass es ein großartiges Album ist und das eh jeder lange weiß?

Tim Buckley – Goodbye And Hello (1967)

Teils schreckliche, teils schrecklich schöne Texte, aber immer eine wunderschöne Stimme, ein klares und trotzdem verspieltes Gitarrenspiel und einfach gute in sich stimmige Lieder.

 

Beck – Seachange (2002)

Sea Change “Lonesome Tears” from Beck Hansen on Vimeo.

Einfach so mal aus dem CD Regal herausgezogen – und dann hat es monatelang meinen CD Spieler nicht mehr verlassen. Falls man es vergessen sollte: Beck ist ein musikalisches Genie. Und sein Herzbrech-Verlassenwerd-Album Seachange ist eins der besten solcher Art.

Top 5 Filme

1. Tambien el Llueva – Und dann der Regen (2012)
(Trailer nur auf Spanisch)

Diesen Film habe ich zwei Mal im Kino angesehen. Nicht nur wegen Gael Garcia Bernal sondern weil die ganze Story ungewöhnlich, spannend und leider zum Teil wahr ist.

2. La Demora – Die Verspätung (2012)
(Trailer nur auf Spanisch)

Ich könnte heulen wenn ich nur an diesen Film denke. Sozialkritisch, deprimierend und dennoch herzerwärmend. Sehr europäisches Kino, dafür dann allerdings ein fast versöhnliches Ende. Beide Hauptdarsteller, Mutter und Großvater spielen die Rollen so unglaublich überzeugend.

3.We need to talk about Kevin (2012)

Verstörend gut. Unbedingt ansehen wenn das noch nicht passier ist. Ezra Miller, Tilda Swinton, alle spielen so großartig und das macht den Film noch schlimmer zu ertragen. Das ist mal ein Film der dem Buch ebenbürtig ist.

4. Hunger Games (2012)
(Braucht ihr keinen Trailer für…)
Ich weiß, ich weiß, der Film ist hundert mal schlechter als die Bücher. Aber ich finde zwei der drei Kernfiguren gut dargestellt und bin einfach froh, den Film relativ nah am Buch gelegen zu sehen. Auf jeden Fall ist er mitreißend genug um mich auf die nächsten Filme zu freuen.

5. O Boy (2012)

Unterhaltsamer deutscher Film mit Niveau bei dem man manchmal lachen kann und sich dabei man sich nicht schämt? Selten genug!

 

Top 5 Serien

1. Breaking Bad
Wie könnte es anders sein. Die Story ist einfach so schlau aufgebaut, toll gedreht, die Schauspieler sind grandios. Und vor Allem fühlt sich das ganze an wie ein Geschichtenstrang, wie ein einziger überlanger Film und nicht wie eine zusammengeflickte Serie.

2. Sherlock
Cumberbatch als Ekel-Sherlock ist einfach nur genau richtig. Auch wenn es sich hierbei, für mich, weniger um eine zusammenhängende Serie handelt, als um einzelne tolle Sherlock Filme die man recht unabhängig voneinander ansehen und toll finden kann. Schade, dass Cumberbatch nicht mehr wollte.

3. The Hour

Da ich mich aus Med Men bisher schön rausgehalten habe, kann ich über den Vergleich nicht viel sagen. Aber ja, es spielt in den 50ern, aber eben mit Ben Whishaw, in England, mit einem tollen Crime-Twist und erfrischenden Frauenrollen.

4. Elementary

Elementary ist so weit weg von Sherlock (siehe 2.) und das ist auch wirklich gut so. Es ist amerikanischer und langsamer: Weniger „Umpf“ und es dauert ein paar Folgen bis man mit den Figuren überhaupt mitfiebern kann. Sherlock ist hier weniger eindruckserweckend, dafür aber menschlicher, was sicher hilfreich ist für eine Serie die man auf viele Staffeln anlegt. Lucy Lu als Watson funktioniert übrigens sehr gut, minus Homoerotik natürlich.

5. Drop Dead Diva

Ich verstehe nicht wirklich wieso ich diese Serie mag. Es ist eine humorvolle Anwaltsserie! So was geht doch gar nicht! Und sehr amerikanisch ist es auch. Aber was soll ich sagen: Ich hoffe sehr, dass sie sich entscheiden eine 5. Staffel zu produzieren. Denn so wie es jetzt endet kann es nicht enden. Was ist mit Grayson? Er muss doch erfahren, dass Jane die reinkarnierte Deb ist.

So, das war lang. Ich würde mich freuen von anderen zu hören was sie dieses Jahr toll fanden was Filme, Serien und Musik (und überhaupt) angeht. Vielleicht bekomme ich ja eine neue Anregung.

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8 Comments

  1. Ezra Miller♥ Ich bin auch Fan, vor allem seit the perks beeing a wallflower – so ein wundervoller film & natürlich auch ein sehr gutes buch. Den musst du dir unbedingt anschauen, falls du es noch nicht hast!!
    Toller Jahresrückblick 🙂 Hab die erste Version schon gestern gelesen und mir gleich alles angehört. Sehr gute Musikauswahl und echt mal etwas anderes 🙂 Danke für’s Verlinken, liebe Lea 🙂

    1. Vielen Dank. Dank dir überhaupt fürs posten deiner Liste, sonst hätt ich mich sicher nicht dazu aufgerafft.

      Ja, das war gestern ein hin und her mit diesem Post. Manchmal kann mich HTML so wahnsinnig machen wenn es nicht so will wie ich!

      Perks… wollte ich eigentlich noch sehen aber dann habe ich so viel negatives gehört, gerade über emma watsons darstellung & Akzent und so. Naja, aber da ich sie sonst mag, sollte das kein Hindernis sein. Wird also auf die Anschau-Liste gepackt.

      Mir fällt auf beim Überblicken der Sachen dass einiges spanisches/südamerikanisches drauf ist. Und gar nichts Skandinavistisches, vielleicht weil ich mich in der Uni eh immer damit beschäftigen muss.

    1. Ja, die Version ist toll! Ich habe mich noch gar nicht an ihre Solosachen gewagt, hörst du die auch?

      “We need to talk about Kevin” hab ich in der 13. Klasse im Englisch Leistungskurs gelesen. Definitiv eins der besten Bücher die ich in der Schule lesen musste. Auch wenn ich es ziemlich verstörend fand. Und der Film ist mindestens genauso verstörend.

  2. Hoffentlich erreichst Du, was Du Dir fürs neue Jahr vorgenommen hast! Viel Erfolg vor allem bei dem (fast unmöglichen?) Vorhaben, die Balance von angemessener Kritik und Vor-den-Kopf-stoßen zu finden 😉

    Wieso war denn Dein Silvester so fad?

    1. Danke. Ich glaub auch nicht daran, dass ich diese Balance finden kann, aber zumindest versuchen sollte ich es trotzdem..

      Ich mochte Silvester noch nie so richtig und bin auch kein Partygänger. Ich meide Orte mit alkoholisierten Menschen. Mein Freund war nicht in Berlin zur Zeit und ich hatte kurz überlegt zu meinem Bruder zu gehen und mit ihm und seiner Freundin etwas rumzusitzen, aber danach nach Hause zu kommen klang auch schrecklich… Ehrlich gesagt wär ich am 31. gern einfach normal ins Bett gegangen (das habe ich früher als Jugendliche auch gemacht) aber ich habe ziemlich große Fenster und musste mir also bis das Feuerwerk aufhörte etwas suchen um die Zeit zu vertreiben.

  3. Ich wünschte ich hätte Silvester auch so ruhig verbracht. Letztes Jahr habe ich nur mit meinen Eltern lecker veganes Raclette gemacht und Spiele gespielt, dieses Jahr Silvester war schrecklich. Nächstes Jahr wird es definitiv wieder unspektakulär. Ich weiß schon, warum ich kein Silvestertyp bin.
    Breaking Bad, oh boy und Angus & Julia stone mochte ich auch alles dieses Jahr <3

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