Noch mehr Rezepte die nichts werden, Nanowrimo & Ein seltsames Gespräch

1) Ich glaube irgendwer will mich verarschen. Nach dem Gejammere, dass mir keine Rezepte mehr gelingen habe ich heute versucht Monkey Bread zu backen und es lief sowas von schief. Das Rezept habe ich aus diesem Buch:

In Amsterdam habe ich das in einem englischen Buchladen für 8 Euro entdeckt und musste es mir kaufen. Die Bilder sind so toll und zum sabbern. Leider sind viele Rezepte recht amerikanisch mit viel Cream Cheese den ich viel zu teuer finde. Da dies hier die britische Ausgabe ist sind die Angaben in Gram und ML, aber dafür eben sehr seltsam weil sie direkt “übersetzt” werden und seltsame Mengen dabei rauskamen.

Ich habe mich bei dem Rezept (das erste das ich aus dem Kochbuch probiere) schon etwas gewundert, den normalerweise schütte ich selten 800 Gram Mehl & 500 Gram Zucker in einen Kuchen. Er ist noch im Ofen aber übergelaufen ist er schon. Eine ganz schöne Schweinerei die ich gleich aufräumen kann. Außerdem ist die Hälfte des Kuchens total teigig geblieben während oben alles anbrannte.. Auf jeden Fall muss ich überlegen wie ich anders ein Monkey Bread herstelle. Vielleicht google ich einfach ein unveganes und veganisiere es dann.

 

2) Nanowrimo. Zum 2. (oder 3…?) Mal werde ich diesen November nanowrimo probieren. Beim ersten Mal habe ich auf der ersten Seite aufgehört, ich denke das zählt nicht. Beim zweiten Mal nach ein paar tausend Wörtern. Mal sehen wie lange ich es nächsten Monat schaffe, aber bis ich aufgegeben habe werde ich wohl nicht so viel bloggen. Ich schreibe in ein Notizbuch und benutze den Computer nicht, also ist es vielleicht hier auch ganz gut kein Internet zu Hause zu haben das mich ablenken wird. Aber zur Uni muss ich natürlich trotzdem. Die letzten beide Male wurde ich zwischendrin krank, das kann ich natürlich recht wenig beeinflussen. Ich hoffe einfach mal aufs Beste. Da ich auch ein Wochenende weg bin steht der Nanowrimo unter einem schlechten Stern, aber vielleicht schaffe ich ja wenigstens ein paar Seiten die ich dann später weiterverwenden kann.

3) Ich war heute mit meinem Freund, seiner Mutter & zwei ihrer Freundinnen (die drei waren aus Norddeutschland zu Besuch) im Viasko brunchen – und ich sollte wirklich endlich über diesen Ort schreiben, den ich liebe ihn und war schon circa 10 Mal dort, aber das für ein anderes Mal.

Ich kannte die beiden Freundinnen nicht, und alle am Tisch außer mir leben omnivor. Natürlich kam das Gespräch auch auf Veganismus zu sprechen, allerdings nicht auf meine Gründe, sondern einfach seit wann ich es mache und wie es mir damit geht und wie meine Familie isst. Das Gespräch war kurz und schmerzlos und ich war sehr froh mich nicht rechtfertigen zu müssen. Natürlich muss man dazu anmerken, dass Menschen die dem Veganismus zu 100% kritisch gegenüber stehen wahrscheinlich auch nicht ganz so schnell bereit währen in einem veganen Restaurant brunchen zu gehen…

An einem anderen Punkt kam das Gespräch auf gesunde Ernährung und arme Familien, dem Klischee der Hartz 4 Familie die immer nur Pizza mit Käseersatz essen und fernsehen. Ich habe angemerkt (und sowas kostet mir Mut), dass es ja auch arme Familien gibt die keine Zeit haben und auch nicht die finanziellen Mittel alles selbst zu kochen oder eben die teurern, gesünderen Alternativen zu wählen – wobei ich nicht sagen möchte, dass “echter” Käse gesünder ist als Käseersatz. Als die eine Freundin dieses Klischee ansprach habe ich darüber nachgedacht wie wirr das eigentlich ist:  Einerseits beschweren sich so viele Leute über die Unterschicht und ihre Essgewohnheiten, als seien die einfach zu doof vernünftig zu essen. Sie müssten doch selbst die Verantwortung übernehmen, wenn sie nicht so dick/herzkrank/arm/müde/gesellschaftlich schlecht angesehen werden wollen. Andererseits die Mittel- und Oberschicht darauf hinzuweisen, dass sie vielleicht sogar in einer besseren Position seien um Verantwortung zu übernehmen, ökologisch und tierfreundlich zu essen – denn seien wir ehrlich, ob sich jemand persönlich entscheidet ungesund zu essen, hat die anderen Leute eigentlich nichts anzugehen  – sowas ist natürlich ein No-Go. Das ist extrem und frech und vorlaut.

Und nein, man ist kein besserer Mensch, wenn man ein teures Cordon Bleu isst und keine billige Tiefkühlpizza, nicht gesünder wenn man Sekt statt Dosenbier trinkt und auch nicht tierfreundlicher wenn die foie gras aus Öko”anbau” kommt. Diese seltsame moralische Überlegenheit die sich Menschen einbilden zu haben, nur weil sie nicht arm sind ist. Das ist fast so erschreckend wie die Doppelmoral die mir entgegen kommt, wenn Leute sich auf die Schulter klopfen für Biofleisch und dann darüber lästern, was für ekliges billiges Fleisch die Leute bei Discountern kaufen. Ich weiß, dass es sehr menschlich ist andere Menschen kritischer zu sehen als sich selbst, aber das rechtfertigt eben nichts. Wenn man wirklich sagen will “Ja, die sind arm, aber die haben trotzdem die Verantwortung sich das richtige Essen zu kaufen und sich besser zu verhalten”, wie kommt es dann, dass man bei sich selbst sagt “Ne, aber Tiere essen? Das ist ja normal… arm sein? Das ist nicht normal..”

Diese ganzen Gedanken kamen mir natürlich nach dem Brunch, und dort hätte ich sie sowieso nicht geäußert. Ich hoffe auch, dass klar wird, dass meine Begleitung dort diese anti-Armutshaltung so explizit nicht geäußert hat, sondern das eher als allgemeine gesellschaftliche Erscheinung verstanden werden sollte.

Ich werde dazu noch weiter nachdenken, aber jetzt muss ich zu meinen Katalanischhausaufgaben gehen. Nur noch kurz: Mir fällt gerade ein, dass am gegenüberliegenden Tisch Marsili Cronberg saß. Ich habe versucht ihn nicht anzustarren um sicher zu gehen, dass er es ist, während mein Freund überlegte ob seine Haare frisch gewaschen oder verschweißt nass waren. Als wären wir beim Vegan Star Sighting.  Da fällt mir auch ein, dass ich über Cronbergs erstes Buch auch noch eine Review schreiben will. Wie über so vieles. Aber meine Blogeinträge sind sowieso immer so schrecklich lang!

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4 Comments

  1. “Und nein, man ist kein besserer Mensch, wenn man ein teures Cordon Bleu isst und keine billige Tiefkühlpizza, nicht gesünder wenn man Sekt statt Dosenbier trinkt und auch nicht tierfreundlicher wenn die foie gras aus Öko”anbau” kommt. Diese seltsame moralische Überlegenheit die sich Menschen einbilden zu haben, nur weil sie nicht arm sind ist.” super, wie du das so schreibst – das trifft es ganz genau!!!

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