Happy Herbivore Abroad Kochbuch Review

 

Zur Zeit gibt es im großartigen Post Punk Kitchen Forum eine Cookbook Challenge. Die werde ich nutzen um ein paar Rezepte aus Kochbüchern auszuprobieren und euch dann das Kochbuch vorzustellen.

In der ersten Woche gab es “freie Wahl” und so habe ich mir Happy Herbivore Abroad geschnappt, denn ich hatte vorher erst ein Rezept daraus nachgekocht und das wollte ich ändern. Über das zweite Lindsay Nixon Kochbuch Everday Happy Herbivore habe ich ja bereits ausführlich geschrieben. 

Aus dem dritten Happy Herbivore Buch habe bis jetzt 8 Rezepte ausprobiert:

 

Nonas Chickpeas (S. 51) – Schmeckte ziemlich lecker und durch die Rosinen sehr frisch und fruchtig.

Lentil Taco “Meat” (S. 43) – Dieser Linsen+Ketchup Mansch war leider ungenießbar.

Hummus (S. 195) – Low-Fat Hummus ist nie so gut wie Hummus mit Öl, aber normalerweise mag ich ihn trotzdem. Dieser hier ist extrem trocken (fast hart und krümmelig), aber das eigentliche Problem ist, dass es viel zu sehr nach Kümmel schmeckt.

German Lentil Soup (S. 14) – Ob diese Linsensuppe besonders deutsch ist, weiß ich nicht. Geschmeckt hat sie auf jeden Fall gut. 

Lemon-Balsamic Chickpeas (S. 48) – Eine recht leckere, schnelle Art Kichererbsen zuzubereiten.

Cherry Clafoutis (S. 152) – Geschmacklich fand ich die Clafoutis gut, leider war die Konsistenz nicht so toll. Ich hab sie auch nicht heil aus der Backform holen können..

Sunshine Muffin (S. 250) – Geschmacklich fand ich diese Ananas-Muffins recht gut, aber leider waren sie bereits nach einem Tag total matschig. Also wann, dann alle 12 schnell aufessen.

Ebenfalls ausprobiert habe ich Spicy Mustard Chickpeas (S. 44), das zwar sehr sehr scharf war, aber als Beilage dennoch eine gute Idee ist. Im Endeffekt aber ist einfach nur Kichererbsen mit 1.5 EL Tabasco.

Das Kochbuch ist ebenso schön aufgemacht wie die anderen beiden Happy Herbivore Bücher. Das heißt: leicht zu navigieren, gut zu lesen, viele schöne Bilder. Zu jeden Rezept gibt es Nährwertangaben und zu fast jedem Rezept auch ein Bild. Im Unterschied zu den anderen Büchern sind hier auch Geschichten von ihren Reisen zu finden & Fotos dazu. Ich finde leider weder die Geschichten interessant, noch die Fotos schön. Mehr Rezepte wären mir lieber gewesen.

Nach der Woche des Rezepte Ausprobierens, eher enttäuscht vom Buch. Nach so einigen Fehlschlägen hab ich nicht mehr wirklich Lust, andere Rezepte auszuprobieren. Dazu kommt

a) Viele Rezepte sind bereits in den anderen beiden Kochbüchern enthalten, einige vollständig, bei anderen wurde eine Zutat ausgetauscht

b) Viele Rezepte bei denen es mir schwerfällt sie “Rezepte” zu nennen und nicht eher “Anregungen” oder etwas ähnliches. Beispielsweise das Rezept für muesli besteht aus “haferflocken, milchersatz, frucht nach wahl”, Taquitos (s. 53) bestehen aus “1 Dose refried beans, 8 tortillas” und das Rezept für Pommes hat sogar nur eine Zutat: 1 Kartoffel.

c) Ein ganzes Kapitel beinhaltet nur Getränke, davon viele mit Alkohol. Auch sind recht viele Rezepte mit Alkohol zuzubereiten. Das ist für mich als Teetotal nicht nur nervig, sondern auch etwas irritierend bei einem Kochbuch was sich sonst anmaßt nur gesunde Rezepte zu präsentieren und dabei auch manchmal sogar etwas zu moralisierend rüberkommt. Wenn einerseits gesagt wird, nur schon ein Tropfen Fett sei schrecklich für den Körper und unglaublich gesundheitsschädlich (das wage ich doch zu bezweifeln) und auf jeden Fall zu vermeiden sei, und dann ein “whole foods, no oil, low fat, real nutrition” Gesundheitskochbuch rausbringt,  dann sind Sangria und Radler Rezepte irgendwie  bizarr.

Ich hatte kurz überlegt ob ich das Kochbuch weggeben soll, denn nach den Fehlschlägen mit einigen Rezepten habe ich wenig Lust noch mehr ungenießbares Essen wegzuwerfen. Ich habe mich aber doch entschlossen das Buch zu behalten. Denn ich liebe es einfach zu sehr in Kochbüchern mit schönen Bilden zu schmökern.

 

Pro:
– Sehr einfach & für Neuveganer und Kochphobiker gut verständlich
– Gesund & alles mit wenig Fett
– Nährwertangaben
– Viele schöne Fotos!
– Viele Rezepte mit einfachen Lebensmitteln die leicht zu erhalten & günstig sind  

Kontra:

– Alle Angaben in cups/oz
– Wenig vollständige Malzeiten
– Viele sehr einfache Rezepte, die für die meisten Veganer nicht neu sind
– Viele Rezepte bereits so oder ähnlich in Happy Herbivore & Happy Herbivore Abroad
– Einige Rezepte funktionieren nicht oder schmecken fad
– Der Travelogue ist wenig gelungen
– Die Rezepte “aus aller Welt” sind leider sehr vereinfachert und amerikanisiert, somit wenig authentisch. 

 

Wenn jemand Interesse hat an kalorienarmen, fettarmen und leichten und schnellen Rezepten, dem würde ich eher das erste Happy Herbivore Kochbuch empfehlen. Dann kann man ja weitersehen ob man so ein großer Fan ist, dass man auch die anderen Bücher kaufen möchte um seine Sammlung zu vervollständigen. Ansonsten kann ich das Buch Happy Herbivore Abroad eigentlich nur empfehlen, wenn man unglaublich gerne in Kochbüchern blättert und sich Fotos ansieht. Was die Rezepte und die Kreativität davon betrifft drängt sich leider das Gefühl auf, dass Lindsay Nixon ihren 5-Kochbücher-Vertrag mit ihrem Verlag schnell gerecht werden will und deswegen so schnell das 3. Buch 2012 erschien. Ihr 4. Kochbuch ist nämlich auch bereits fertig und erschient dieses Jahr.

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“Ich bin kein Veganer, wegen der Vegan-Polizei!”

Lindsay Nixon von Happy Herbivore feiert gerade ihr 1 Jähriges Jubiläum von “I’m not ‘vegan’ anymore“. Vor einem Jahr entschied sie sich, dass die böse vegane Polizei gewonnen habe und sie nun keine Veganerin mehr sei, weil sie so viele böse Kommentare zu ihrem Honigkonsum und anderen Dingen die angeblich nicht vegan genug seien. Sie kocht jetzt nicht mehr vegan sondern “plant-based”, was im Endeffekt essenstechnisch keinen Unterschied macht. Von der Herangehensweise allerdings schon. Aber auch in Deutschland muss man für so etwas nicht weit weg schauen, sondern findet ähnliche Aussagen bei dem Liebling der Deutschen Attila Hildmann.

“Die Veganazis haben mich aus ihrem elitären Veganclub ausgeschlossen. Was mach ich jetzt bloß? Darf ich noch Obst, Gemüse und Tofu essen? *grübel* Und wie nenn ich mich jetzt bloß? Fleischkoch, der nur mit Pflanzen kocht? haha ihr”

Dieses ständige Lederschuhthema treibt mich doch tatsächlich morgen in den Nike Store. Mein Unwort des Jahres: “ethisch motivierte Ernährungsweise” Beim Anbau von euren Möhren werden bei der Ernte auch Häschen geschreddert. Bei mir stand am Anfang auch u.a. der Tierschutz aber ihr könnt doch nicht Leute in eure “Ethik” zwingen…

Nixons Bezeichnung der “Vegan Police” wirkt fast noch putzig im Gegensatz zu Hildmanns “Vegan-Nazis”. Ist es berechtigt Veganer die andere selbst-bezeichnete Veganer kritisieren als Polizei (staatliche Machteinheit) oder als Nazis (faschistisch und nationalistisch) zu bezeichnen? Wohl kaum.

Veganer bedeutet nun mal mindestens, dass man sich vegan und nicht-tierisch ernährt und eigentlich eben auch, dass man den Versuch macht andere Nutzung von Tierprodukten zu meiden. Letzteres ist schwer, viel schwerer als der Ernährungsaspekt. Es geht hier ja nicht nur um Lederschuhe oder nicht, Tierprodukte ziehen sich durch die ganze menschliche Nutzung. Inwieweit setze ich ein Statement oder helfe den Tieren wenn ich kein Bus mehr fahre wegen den unveganen Reifen?

Die erste Frage die das ganze aufwirft ist folgende: Ist es okay sich Veganer zu nennen aber (beispielsweise) Honig zu essen?

Und zweitens: Wenn es nicht “okay” ist, was passiert denn dann?

Und letzteres ist fast der interessantere Punkt. Denn es gibt keine vegane Polizei. Es gibt Einzelpersonen die es stört, wenn jemand von sich sagt Veganer zu sein und dennoch Tierprodukte isst ohne darin ein Problem zu sehen. Genauso wie es so manchen Vegetarier irritiert, wenn Vegetarismus für manche Menschen mit Fischkonsum einhergeht. Offensichtlich ist es eine persönliche Entscheidung der Person, aber eben eine persönliche Entscheidung die dennoch kritisch hinterfragt werden kann und auch Implikationen für andere  Menschen und andere Tiere hat.

Das einzige was passiert, wenn man sich als Veganer bezeichnet aber manche Tierprodukte unproblematisch findet, ist dass man sich Kritik aussetzen muss. Und, dass das okay ist möchte ich an einem Beispiel verdeutlichen. Stellt euch vor ihr macht einen Blog auf über antirassistische Arbeit in dem ihr immer wieder rassistische Wörter benutzt. Auf die Hinweise der Leser hin, dass es ja wohl echt nicht okay ist menschenverachtende Wörter zu benutzen, sagt man dann, dass es ja wohl besser ist als gar nicht antirassistisch zu sein, und ihr hättet eure persönlichen Gründe das sagen zu dürfen. Hier gibt es dann zwei Möglichkeiten. Entweder man kann erklären, wieso sein Verhalten nicht rassistisch ist oder man gibt zu, ja, stimmt, da bin ich wohl doch irgendwie etwas rassistisch. Da werde ich dran arbeiten (oder es eben so lassen und weiter vor mich hin ein wenig rassistisch sein).

Man hat auf den Vorwurf “Du bist kein echter Veganer…” zwei Antwortmöglichkeiten:

– Doch. Ich bin Veganer weil….. (und hier erklärt man sinnvoll, wieso das angeblich unvegane Verhalten doch okay ist).

– Nein. Du hast recht. Ich bin kein Veganer. Ich höre auf es zu sagen/Ich werde es weiter sagen, der Einfachhaltshalber, dann aber damit klar kommen müssen diesen Kritikpunkt öfter hören zu müssen.

Das alles bedeutet natürlich nicht, dass es nicht Veganer gibt die blöde Kommentare machen und dumme Sachen sagen. Die gibt es allerdings genauso unter “Herbivoren”, Fleischessern und allem zwischendrin. Ich höre nicht auf Veganer zu sein, weil es ein paar Idioten gibt denen ich nicht zu stimme, so wie ich nicht aufhören würde antirassistisch und feministisch zu sein, nur weil Leute dann “an was falsches” denken und es wohl echt irgendwo Leute geben soll die sich feministisch und antirassistisch nennen, und die echt blöd sind. Um so mehr ein Grund mit gutem Beispiel voran zu gehen und die Wörter positiv umzuwerten.

Im Endeffekt halt ich es allerdings, denke ich, für gut, dass eine Seite wie Happy Herbivore klar macht, dass es ihr nicht um Veganismus und Tierrechte geht. Dass sie sich vor Allem aus gesundheitlichen Gründen pflanzlich ernährt und das damit deutlich macht. Die Art und Weise  wie sie argumentiert (ihr bösen Veganer seid alle Schuld) kann ich natürlich nicht gutheißen.  Auf die Spitze getrieben wurde das natürlich noch ein mal von Attila Hildmann. Wer errinnert sich nicht gerne an Sätze wie

„Diese ganze Veganerszene ist durchsetzt von Missionaren. Schon mal was von Leben und Leben lassen gehört? Ihr müsst nicht ständig versuchen, Leute zu missionieren. Lebt einfach euer Ding und hört damit auf, ständig Leute zu kritisieren, die Fleisch essen wollen. Ich esse seit 10 Jahren vegan, mir gehts wunderbar. Aber bei euren Kommentaren krieg ich ernsthaft Lust auf Schnitzel, Käse und Steak! Vegan-Nazis sind out!“

Hier ist der Punkt in dem ich mir auch fast wünsche auch er würde den Begriff Veganismus einfach ganz links liegen lassen. Mit “Vegan for fit” und “Vegan for fun” im Gegensatz zu “Vegan for the Animals” wird zwar die Zielrichtung schon klar, aber für Leute ausserhalb der veganen Szene kann ja nicht klar sein, dass Veganer so sind. Genauso wie manche Leute nicht mit den “verrückten Tierschützern” unter einen Hut wollen, so will ich beispielsweise nicht mit Gesundheitsfanatikern die unqualifizierte Ernährungstipps geben, gleichgesetzt werden.

Da dieser Post bereits viel zu lang ist möchte ich nur kurz auf den Trugschluss eingehen, den sowohl Happy Herbivore als auch Hildmann benutzen. Den “Leben und Leben lassen” Punkt. Denn offensichtlich bin ich als Veganerin, der die Tiere wichtig sind, an einem friedlichen Zusammenleben interessiert. Nur ist das für nichtmenschliche Tiere nicht möglich in einer Welt in der sie brutal als Nutztiere missbraucht werden. Toleranz kann immer nur so weit gehen wie das Verhalten der anderen niemandem seine Rechte nimmt. Und unveganes Verhalen nimmt den Tieren ihre Rechte und ihre Möglichkeit auf selbstbestimmtes Leben. Deswegen kritisiere ich es. Auch wenn es nervt und niemand gerne kritisiert wird.

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Everyday Happy Herbivore

Ich bin kein großer Fan von Lindsay Nixons „Happy Herbivore“ Blog, aus Gründen die ich gerne ein anderes Mal näher beleuchten möchte. Ich habe allerdings schon oft aus ihren Kochbüchern gekocht, und ich möchte mich hier nur auf das Kochbuch, Everyday Happy Herbivore“ beschränken.

 

„Everyday Happy Herbivore“ ist das zweite Kochbuch von Vollzeit-Blogger Lindsay Nixon. Die Prämisse des Kochbuchs von 2011 ist eigentlich die selbe wie die ihr ersten Kochbuches „Happy Herbivore“ aus dem selben Jahr: schnelles, einfaches, sehr fettarmes Essen. Das Cover kündigt groß „On the table in 30 minutes or less!“ an, aber das gilt nur für die Rezepte die entsprechend gekennzeichnet sind. Das war in ihrem ersten Kochbuch genauso, nur dass da die Kennzeichnung nicht die Zahl 30 war, sondern ein Wecker.

Ich habe mal nachgezählt und komme auf bei EHH auf 143 Rezepte mit der „(30)“ Kennzeichnung, gegenüber 30 Rezepten die länger dauern sollen. Hingegen kommen bei HH 118 gekennzeichnete Rezepte auf 87 ohne. Man könnte also sagen, EHH beinhalte mehr schnelle und deshalb „everyday“ Rezepte. Ich würde das aber trotzdem nicht unterschreiben, da in EHH auch alle Saucen und Gewürzmischungen als „Mahlzeit unter 30 Minuten“ gekennzeichnet sind, während es bei HH Rezepte teilweise nicht sind, die ganz klar schneller gehen – ich wüsste nicht wie man über eine halbe Stunde brauchen müsste um Marmelade zu pürieren, beispielsweise.

 

Nun gut, um den oberen Abschnitt zusammenzufassen: Die Kochbücher unterscheiden sich in ihrer Herangehensweise nicht, und auch die Aufmachung sind fast gleich.

 

Nun zum wichtigsten Teil eines Kochbuches: Die Rezepte.

Alles in EHH ist fettarm und ohne Öl. Neben der Kennzeichnung für schnelle Rezepte, gibt es „Fat Free“ für Rezepte mit unter 1 Gramm Fett pro Portion, Ohne Gluten & Ohne Soja für Allergiker. „One Pot Meal“ für Mahlzeiten für die man nur einen Topf oder Backform braucht, „Make Ahead“ für Rezepte die man Tage im Voraus zubereiten kann, „Budget“ für besonders günstige Rezepte und „Single Serving“ für Rezepte für eine Person. Letzteres finde ich nicht sehr sinnvoll, da sowieso neben jedem Rezept steht für wie viele Personen es ist, und das von 1 bis 6 wechselt.

 

Die erste Sektion ist Smoothies, Yoghurts, & Granola* gewidmet. Die Smoothies darin sind ziemliche Standards, aber das muss ja nichts schlechtes sein: Cinnamon Bun Smoothie (S. 13) & Oatmeal Cookie Smoothie (S. 16) sind beispielsweise sehr lecker. Anders sieht das schon aus beim P. Chocolate Smoothie. Natürlich war ich skeptisch Erbsen mit Kakao, Banane und Sojamilch zu mischen… und ich hatte recht. Es schmeckt so wie es klingt, also richtig eklig. Ich schmeiße sonst nie meine Smoothies weg, auch wenn sie nicht lecker sind, aber das bekam ich einfach nicht runter.

 

Ob wirklich noch irgendjemand ein Rezept für Overnight Oats braucht, wenn doch schließlich die ganze Blogosphere voll davon ist, sei dahin gestellt. Dann ist da noch ein Rezept für einen „gesunden Müsliriegel“, das man aber auch 100 mal in der Art oder Ähnlich findet wenn man nur ein mal „vegan granola bar“ googelt.

 

Dann kommt Hot Breakfasts & Brunch: Mexican Scramble (also einfach normales Tofurührei mit Chili, Tomaten und meinem Feind Koriander), Basic Tofu Scramble (also eigentlich das selbe Gericht, nur ohne Chili, Tomaten und meinen Feind Koriander – das exakt gleiche Rezept ist bereits in HH enthalten), Charloston Grits (Grütze mit Cajungewürz), Spinat & Artichoke Frittata (lecker, aber eigentlich genau dasselbe Rezept wie ihre anderen Frittatas).

Besonders vielsagend finde ich es das Rezept für Whole Wheat Drop Biscuits: es ist genau dasselbe wie in HH nur, dass statt einer Banane als Eiersatz Apfelmus benutzt wird. Nixon erklärt ihre Fans hätten sie gebeten, diese Biscuits doch noch einmal ohne Bananengeschmack zu machen. Okay, aber muss man dafür eine ganze Rezeptseite benutzen? Wenn man doch vorher im Buch selbst angibt wie man verschieden Eier ersetzen kann.

Es gibt noch zwei Varianten Pancakes: Dark Chocolate Pancakes (einfach Kakao dazu) und Carrot Cake Pancake (einfach eine Karotte dazu). Und noch mal normale Pfannkuchen, die man dann mit Spinat isst (Spinach-Scallion Pancakes).

Lecker klang der Fruit Crisp. Normalerweise sind die sehr fettig und sehr zuckrig, also klang die Alternative gut. Es schmeckte leider schrecklich und musste in den Müll wandern.

 

Muffins, Biscuits, & Breads* :

 

Chocolate Spice Muffins – Garam Massala in normale fettarme Kakaomuffins geben.

 

French Toast Muffins – Was dieser Muffin mit French Toast zu tun haben soll verstehe ich nicht… Mehl, Backpulver, Zucker, Zimt, Sojamilch, Vanilleextrakt, Apfelmus, Kicherbsenmehl…?

 

Morning Glory Muffins – Mit Babykarotten und Datteln.

 

Single Blueberry Muffins – Genau das was es sagt. Standard Rezept, nur eben nur für einen Muffin.

 

Cinnamon Raisin Buscuits – Wieder die üblichen Zutaten-verdächtigten.

 

Lemon Jam Biscuits – Ein verwirrender Name. Denn Zitrone ist drin, aber Marmelade nicht.

 

Basic Glaze – Zwei Seiten die sich der Kunst des Puderzucker-mit-Sojamilch-Mischens widmen.

 

Harvest Cornbread – Klingt lecker, aber konnte ich bis jetzt noch nicht versuchen, da es hier nirgends pürierten Kürbis gibt.

 

Bayou Cornbread – Klingt ebenfalls lecker und auch einfacher an alle Zutaten zu kommen, da außer Mehl und Maismehl nicht wirklich viel drin ist.

 

Jalapeño Cornbread – Dasselbe wie die anderen beiden, nur mit Jalapeños.

 

Beer Bread – Bier, Mehl, Zucker, Backpulver, Salz. Ist nicht mein Geschmack.

 

Blueberry Breakfast Cake – Wie die Blaubeermuffins, nur in Kuchenform.

 

 

Sandwichs, Burgers, & More*:

Neben den nun bereits Klassikern wie Eiersalat ohne Eier (immer dieser eklige Sellerie…), vier Bohnenburgern und Tacos mit Salat gibt es Käsesauce auf Toast.

 

Soups, Stews, & Dal: Neben den 7 Suppenklassikern in denen das Öl rausgenommen wurde, gibt es ein paar „traditionelle“ internationale Eintöpfe, die vereinfacht wurden.

 

Salads & Dressings: Die Salate sind alle sehr einfach gehalten. Die Dressings ebenso. Italienisches Dressings besteht also aus Apfelessig, Senf, Italienischen Gewürzen, Zwiebelpulver, Knoblauchpulver und Agavennektar, und Balsamico-Djion Vinaigrette aus Senf, Essig und Wasser. Ich denke, dass es super ist, für Leute die noch nie Salatsauce gemacht haben, aber sonst kann man auch einfach bei Klassikern das Öl weglassen.

 

Veggie Dishes: Stir-Fries & Curries:

Auch hier Rezepte sind alle sehr ähnlich. Ein Gemüse, dann Knoblauch- und Zwiebelpulver, Senf, Essig, Sojasauce und manchmal noch etwas Ingwer. Das heißt nicht, dass nicht manche der Rezepte sehr lecker wären. Wenn man sich nicht traut sein Gemüse selbst zu mischen, so kann das sicher eine Bereicherung sein.

 

Casseroles & Rice Dishes:

Hier ist mein Kochbuch ein wenig dreckig, weil ich es schon mehrmals benutzt habe.

Die Greens Quiche ist so einfach und lecker, und außerdem im Gegensatz zu vielen Rezepten im Buch hat es viel Protein. Auch sehr lecker ist Djon Rice with Broccoli, mit den üblichen Verdächtigen: Senf, Sojasauce und scharfer Sauce.

 

 

Beans & Faux Meat:

Viele Sachen hier klingen lecker, aber ich habe noch nichts davon ausprobiert. Irritierend ist natürlich, dass Isa Chandra Moskowitz (aka die bekannteste Vegane Köchin überhaupt) darauf Aufmerksam gemacht hat, dass das Rezept für Chickpea Tenders direkt aus Isas Kochbuch übernommen wurde. http://theppk.com/forum/viewtopic.php?f=32&t=16846&start=50 Das ist mir auch bei vielen anderen Rezepten aufgefallen, dass ich sie aus älteren Kochbüchern kenne. Lindsay Nixon sagt allerdings, sie besitze gar keine anderen Kochbücher außer ihrer eigenen.

 

Pasta & Noodels:

Ich liebe Nudeln, aber leider ist hier wenig spannendes zu entdecken. Ein Beispiel eines typischen EHH Rezeptes ist Creamy Djion Pasta: Spaghetti mit Erbsen und einer Sauce aus Seidentofu, Essig, Pfeffer und Senf. Der Tempeh Chili Mac ist dem Tempeh Helper aus Isas Kochbuch Appetite for Reduction sehr ähnlich und ebenso lecker.

Lemon Basil Pasta besteht aus Spaghetti die mit Cherrytomaten, Kapern, 1 Zitrone und Basilikum gemischt werden. Die Rezepte sind also, wie gesagt, sehr sehr einfach.

Beim Rezept für Quick Pesto fühle ich mich ein wenig veräppelt: Ich verstehe dass es schwer ist Pesto fettarm zu machen, aber veganen Joghurt mit Basilikum und Knoblauch Pesto zu nennen bedarf doch schon einer sehr freien Interpretation des Wortes.

 

Simple Sides:

Jeweils ein oder zwei Gemüsesorten mit ein paar Gewürzen. Hervorsticht dabei das Rezept für Roasted Carrots. Man nehme eine Packung Babykarotten, Salt und Pfeffer und Zwiebelpulver und schiebt es in den Ofen. Wow.

Empfehlenswert hingegen ist Spicy Orange Greens (S. 228), einfach weil die Mischung aus Gemüse und Orangenmarmelade toll ist.

Harvest Home Fries ist eine Variation der Home Fries aus HH, also statt 2 Kartoffeln, 1 Apfel und Rosemarin, gibt es diesmal 2 Kartoffeln, 1 Apfel und Zimt.

Tofu Fries sind gestifteter Tofu mit Gewürzen aus dem Backofen.

 

Desserts:

Hier sieht alles sehr lecker aus. Auch hier gilt alles ist schnell und sehr einfach und ohne Fett. Kann das schmecken? Es kann, wie man im ersten Buch HH sehen kann. In EHH finde ich die Desserts leider eher uninspiriert. Chickpea Puffs habe ich schon in verschiedenen Kochbüchern gesehen, wieso dann gesagt wird ihre Assistenten hätte sie erfunden? Warum „Natala’s Chocolate Cherry Shake“ bei den Desserts und nicht bei den Smoothies ist, weiß ich auch nicht. Schließlich folgt es genau dem selben Formel wie die anderen Smoothies.

Ein Highlight fürs Kopfschütteln ist das Rezept für „Fried Bananas“. Zutaten? 2 Bananen. Die man dann in der Pfanne anbrät.

 

Condiments & Spice Blends:

Neben ihrem Rezept für Mayo (Tofu, Senf, Essig, Zitrone, Agavennektar), gibt es davon noch seitenweise Varianten: mit Chipotlepulver, mit Cajun Gewürzen, mit Garam Masala… Mit Ketchup und Senf gemischt wird es plötzlich Remoulade und mit Salz und Knoblauch wird es zu Sour Cream. Honey Mustard besteht wiederum aus Senf und Agavennektar.

Die Gewürzmischungen sind gut, allerdings sind teilweise dieselben auch in HH zu finden.

 

Do-It-Yourself

Hier wird erklärt wie man Apfelmus schnell selbst herstellen kann (1 Apfel + Gewürze pürieren) und Brot Krümmel macht (Brot krümeln und austrocknen lassen). Interessanter sind da die Rezepte für selbstgemachte Gemüsebrühe, „Hühner“brühe und „Rinder“brühe oder Worcestersoße Sauce.

 

 

Pro:

  • Attraktive Farbfotos, zu fast jedem Rezept, ein schönes „Schmöker“-kochbuch
  • Schöne Aufmachung
  • Sehr gut für Leute die noch nicht kochen können
  • Einfach für Menschen die wenig Fett essen wollen oder müssen
  • Viele Rezepte sind lecker
  • Nährwertangaben zu jedem Rezept
  • Schnelle Zubereitung
  • Kennzeichnung für Allergiker
  • Für Neuveganer & den Alltag
  • Günstige Zutaten
  • Praktische Einkaufsliste für Sachen die man „immer da“ haben sollte 

 

Kontra:

  • Dem ersten Kochbuch Happy Herbivore sehr ähnlich
  • Kein Essen mit dem man Besuch und/oder Omnivore bekochen sollte
  • Angaben nur in Oz & Cups, keine Umrechentabelle
  • Tendenziell sehr viele sich ähnelnde Rezepte
  • Obwohl die meisten Zutaten schnell und aus dem Supermarkt sind, gibt es einige die in Deutschland schwerer erhältlich sind (Flüssiger Rauch, Pürierter Kürbis, Backsoda, etc.)
  • Ein Hit-or-Miss Kochbuch: Ein paar Sachen sind toll, manche ungenießbar.
  • Ein paar Rezepte die so einfach sind, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass sie jemand braucht. Auch niemand der nicht gut kochen kann.
  • Viele Rezepte die man bereits kennt, wenn man 1-2 vegane Kochbücher hat, oder vegane Food Blogs liest. 

 

 

3/5

 

Fazit: Wenn man auf der Suche nach einem Kochbuch für einfaches, günstiges, fettarmes und kalorienarmes Essen ist, dann kann ich EHH empfehlen, würde aber das erste Buch HH vorziehen. Wenn man das bereits hat, und super findet, dann wird man wahrscheinlich auch Gefallen an EHH haben. Wenn man noch keins dieser Bücher hat, bereits kochen kann, ein fettarmes veganes Kochbuch sucht und auf die vielen Bilder verzichten kann, dem würde ich zu „Appetite for Reduction“ von Isa Chandra Moskowitz raten.

 

Dieses Jahr kommt bereits Happy Herbivores drittes Kochbuch raus. Ich bin immer noch neugierig, allerdings weiß ich nicht ob ich es kaufen werde. Wenn ich es tue, dann wahrscheinlich vor Allem weil ich Kochbücher mit vielen Fotos liebe, und es mich traurig macht, dauernd nur Kochbücher mit 2-3 Seiten Fotos zu sehen. Wenn ich mir all die positiven Amazonreviews ansehe, scheine ich mit meiner kritischen Haltung aber eher alleine zu sehen. Dort gibt es nur Lob.

 

*die Kombination aus einem „&“ nach einem Komma ist nicht meine Idee, sondern in EHH so gedruckt.

 

 

 

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