Vegan-Vegetarisches Sommerfest

Vorweg: Ich fand das Ganze ziemlich ernüchternd. Ich mag sehr heiße Tage sowieso nicht, also bin ich nach der Arbeit schon mit einer schlechten Laune angekommen. Ich war im Endeffekt auch nur ungefähr eine Stunde da. Ich bin dann gegangen weil meine Haut einen Sonnenbrand ankündigte, es zu voll war um im kleinen Zelt zu sitzen und vor der großen Bühne direkt in der Sonne zu sitzen hätte ich in der Hitze nicht ausgehalten. Außer dem kleinen Zelt gab es leider keine Möglichkeit der Sonne zu entkommen. Ich habe mir zwei Mal alle Stände angeschaut, mit ein paar Leuten kurz geredet, und mich bei ein Emailverteilern eingetragen, Sea Shepard 5 Euro gespendet (die Pullover und T-shirts die es zu kaufen gab haben mir nicht gefallen).

Irgendwie schade fand ich auch, dass ich das Gefühl hatte das es sehr viel um Werbung und Verkauf ging. Bei den Essensständen ist das ja klar, aber wozu braucht man auf so Veranstaltungen Vertretungen von subobtimalen Firmen wie Lush? Dass die Piratenpartei und die Grünen jeweils einen Stand hatten fand ich dagegen recht interessant, auch wenn eigentlich niemand an den Ständen war. Ich hab mir dann mal das Parteiprogramm der Piraten mitgenommen, da doch jeder sagt, sie hätten kein richtiges.

 

 

Rechts die Hauptbühne.

Nicht das beste Bild um den Stand von Enimal Equality zu zeigen, aber Fotos an den Ständen zu machen war teilweise nicht ganz einfach. Enimal Equality fand ich recht beeindruckend. Auch die Aussage des Typens am Stand, dass es ihnen 100% um Tierrechte ginge, ob vegane Ernährung gesünder sei oder nicht sei bei ihnen alles kein Thema.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Bei Animals’ Angels habe ich mir für 2 Euro Spende ein Heft über die Milchproduktion in Deutschland geholt. Ein wenig irritiert hat mich der christliche Touch. Allerdings scheint zumindest alles Geld direkt an ihre Arbeit für Tiere zu gehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Das war als visuelleHilfe um zu sehen, dass es in normalen Supermärkten viel veganes zu finden gibt. Allerdings war die Frau am Stand etwas hysterisch und schrill, also bin ich da nicht lange geblieben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit diesem Stand von Stadtvogel e.V. hatte ich ziemlich Mitleid. Daneben ging es auch noch um Ratten. Anscheinend interessiert sich auch da niemand für “solche” Tiere. Fand ich ein wenig fragwürdig. Aber vielleicht war es ja auch nur Zufall.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein netter Stand an dem ich das Vegane Quiz gemacht habe und alle Antworten wusste (Tipp: Es ist immer die schlimmste Antwort). Irritiert hat mich trotzdem das “Roh macht Froh” Buch unter anderem.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auf T-shirts und Taschen gab es einen so großen Andrang, dass es die “Vegan means…” Tasche nicht mehr gab als ich ankam. Schade. Aber vielleicht sollte ich eh lieber eine kaufen, die ich nicht eh schon dauernd in der Stadt sehe (ich weiß welch Luxusproblem in Berlin).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

An diesem Stand lauschte ich einer Diskussion darüber ob vegane Produkte ohne Tiertests nicht BESSER sein müssten als andere um die Leute zu überzeugen. Das kann sein, ist aber ziemlich deprimierend wenn man die Prioritäten bedenkt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

So war überhaupt die ganze Essensauswahl: Rohkost oder fettiges Fastfood. Die Rohkoststände wollte ich nicht unterstützen und für einen Hot Dog war es einfach viel zu warm. Außerdem ess ich eh nicht so gerne allein. Und die Schlangen an jedem Stand mit Essen waren sehr lang.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Zelt war gerade der Vortrag von Frauke Girus-Nowoczyn zur veganen Kinderernährung. Eigentlich ein interessantes Thema aber ich fand die Frau irgendwie unseriös. Ein Klick auf ihre Seite verbessert meine Meinung nicht unbedingt: Homoöpathie, Sankaran-Methode und “kritische Impfberatung”. Da läuten bei mir alle Glocken. Wenigstens war meine Intuition nicht falsch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich habe mir nur ein Los gekauft (und nichts gewonnen). Die Postkarten und Lesezeichen fand ich irgendwie nicht schön…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein kleiner Überblick.

Leider habe ich mich nicht getraut ein Foto vom Vegan Strength Team zu machen.

Ich habe ja leider einiges das ich sehen wollte verpasst, besonders Mahi Klosterhalfen von der Albert Schweitzer Stiftung, aber ich hätte nicht gewusst wo ich am Ort noch eine Stunde Schatten finden sollte.

 

Veganz Affinität zu Rohkost fand ich ja schon immer blöd, aber da kann ja immerhin sagen, dass sie ihren Kunden einfach beides anbieten, es gibt ja schließlich auch Tiefkühlpizzen bei ihnen. Aber jetzt auch noch Verschwörungstheorien gegen Impfungen anhängen? Das geht echt zu weit. Ich würde ihnen liebend gerne sagen, wie blöd ich das finde und wie traurig, denn es deskrediert die vegane Szene völlig.

Das war auch mein Hauptproblem mit diesem Sommerfest. Ich habe mir vorgestellt ich wäre als dem Veganismus-offene aber kritischer, rationaler, skeptischer Mensch dort hingegangen. Was für ein Bild hätte ich dann von diesen Tierrechtlern mitgenommen? Zumindest teilweise eines von Menschen die Homoöpathie, Rohkost, Verschwörungstheorien und anderen irrationalen Dingen anhängen. Mich als Veganer stört es ja schon sehr stark in meiner eigenen Wahrnehmung, aber ich weiß wenigstens dass das alles nichts mit Tierrechten und Veganismus an sich zu tun hat. Ich kann mir rauspicken was ich will und kann mich total auf Stände einlassen wie die von Animal Equality und den Human Animal Studies und den Rest ignorieren. Aber Leute die nicht wissen, dass nicht jeder Veganer auf irrationale “alternative” Ideen anspringt, sehen einfach nur “Aha, das sind also Tierrechtler”.

Ich bin echt enttäuscht vom Sommerfest, und bezweifle ob ich da noch mal hingehe so lange es unkritische Rohkostdiskussionsrunden und ähnliches gibt.

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