Sport und vegane Proteine

Nein, dass ist kein Post darüber ob man in einer veganen Ernährung genug Proteine bekommen kann, denn das ist geklärt: man kann.
Fraglich ist jedoch, dass man immer mehr in der veganen Szene (auch beeinflusst durch diverse Rohkostgurus) zu lesen bekommt, dass Protein eh total egal sei und es beinah unmöglich sei zu wenig Protein zu sich zu nehmen. Das stimmt so nicht, sicherlich nicht, wenn man eine Diät macht und seine allgemeine Kalorien oder Nahrungszufuhr stark drosselt. In der westlichen Welt allgemein sind Proteinmängel zwar nicht weit verbreitet, aber Veganer sind das ja auch nicht. Interessant wäre natürlich herauszufinden ob veganes Protein genauso problematisch ist. Hierzu habe ich bis jetzt nur eine Studie gefunden, die nicht unbedingt aussagekräftig ist. Aber es lässt zumindest die Vermutung zu, dass es schwerer ist “zu viele” pflanzliche Proteine zu essen.

Im Sportstudio wurde gestern mit mir ein Fitnesstest gemacht und danach mit mir besprochen. Laut Trainerin habe ich eine Muskelmasse von 47% was wohl recht gut ist. Beim Besprechen der Ernährung war sie jedoch besorgt. Ich habe schnell gemerkt, dass sie wohl etwas weniger über Ernährung weiß als ich denn “Eisen gibts doch nur in Fleisch?!” und “Wo sind die Proteine??” sind Sätze die man als Veganer (und auch Vegetarier) schon lange widerlegen kann. Offensichtlich konnte ich mit meiner Proteinzufuhr genug Muskelmasse aufbauen. Dennoch habe ich dann darüber nachgedacht wie wohl durchschnittlich meine Proteinzufuhr ist. Empfohlen wurde mir 125 Gram Protein an Sporttagen zum Muskelaufbau und mindestens 40 an anderen Tagen, wobei sie auch meinte ich könnte versuchen jeden Tag 80+ zu versuchen. Ich weiß, dass ich an normalen Tagen nicht so viel Protein esse. Daraufhin wollte man mir natürlich ein Sojaproteinshake verkaufen. Da ich allerdings genug Soja esse (und einige Studien sagen, bei 3-5 Portionen Sojaprodukten am Tag sollte man es auch belassen) bin ich nun am hin und herüberlegen.

Verwirrend ist das ganze schon, denn man hört einerseits, dass die Mindestproteinmenge von .8 g Protein pro KG Körpergewicht immer reichen, andererseits dass man bei Muskelaufbau schon eher 1-2 g pro KG essen sollte. Und natürlich gibt es Leute, die beispielsweise bodybuilding betreiben, und noch viel viel mehr Protein essen.

Ich bin mir selbst nicht ganz sicher was für eine Konklusion ich ziehe, aber etwas mehr auf Proteine in meiner Nahrung sollte ich schon achten. Nur fällt das nicht leicht wenn ich nicht einfach noch mehr Soja oben drauf packen will. Und laut Trainerin sollte ich diese 125+ G Proteine in 1800 Kalorien zu mir nehmen. Uff. Also vielleicht doch ein Proteinshake? Ums einfacher zu machen? Aber da ist alles außer Soja so teuer… Ich habe mich bis dahin nur theoretisch mit Muskelaufbau beschäftigt und deswegen ein wenig unsicher.

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Eine unbequeme Wahrheit – An Inconvenient Truth

 

Gestern lief auf sixx die Doku “Eine unbequeme Wahrheit” mit und von Al Gore. Ich hatte den Film von 2006 bereits vor ein paar Jahren gesehen und ihn für gut befunden, wenn auch etwas amerikanisch. Aber gerade die Portion “amerikanisch” die so einer Doku über den Klimawandel eine genügende persönliche Note gibt damit sich hiermit ein Oskars gewinnen lässt.

Wenn man sich noch nicht mit dem Klimawandel beschäftigt hat ist es ein guter Einstieg, wenn man bereits etwas weiß ist es noch mal eine gute Zusammenfassung. Allerdings geht es hier nur darum zu zeigen, dass es menschliche Co2 Produktion ist die den Klimawandel schafft und dass wir etwas ändern können und müssen. Das schafft der Film trotz einiger Ungenauigkeiten (über die man nach dem Film lesen kann, die aber nicht wirklich ins Gewicht fallen) sehr gut. Auch schafft er es die Klimawandelskeptiker vorzuführen. Erschreckend ist es wenn man bedenkt, dass der Film 2006 herauskam und sich in den letzten 6 Jahren nicht wirklich etwas geändert hat. Jedenfalls nicht zum Besseren.

Leider geht der Film so gut wie gar nicht darauf ein WAS man privat machen kann um seinen eigenen Co2-Ausstoss zu verringern, Gore weißt nur darauf hin, dass man alles tun sollte damit dies geschieht.

Also, was ist das beste um Co2 zu reduzieren? Seine Nahrung umstellen.

Es gibt viele Websites auf denen man seinen Co2 wert berechnen kann, zb hier. Und neben Fahrzeugen, Fliegen, Strom, Heizen und allgemeinem Konsumverhalten ist die Ernährung der Knackpunkt für den privaten Co2-Ausstoß.

Von Fleischersatz vs Fleisch mal abgesehen  (s.u.) ist es natürlich sinnvoller und besser für die Atmosphäre keine Pflanzen zu produzieren und diese dann an Zuchttiere zu verfüttern, als einfach diese Pflanzen zu sich zu nehmen.

Man könnte natürlich sagen “Was interessiert mich der Naturschutz und die Welt? Mir geht es nur ums Tiere retten?” aber ich finde es seltsam Naturschutz und Tierschutz so zu trennen. Tierschutz und Tierrecht bedeutet doch auch die natürlich Umgebung und den natürlichen Lebensraum von Tieren, Mensch oder Nichtmensch, zu schützen.  Ich denke also, dass Umweltschutz  und eben auch der Klimawandel Themen sind mit denen sich Tierrechtler wenigstens im Ansatz mit beschäftigen sollten.

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Ben Goldacre: Battling Bad Science

Ich bin gerade so fertig von Uni, Hausarbeiten, Zahnarztbesuchen (bald kommt der 4. in einem Monat, Karies ich liebe dich), Kranksein, Essen machen, Rezepte schreiben (ja, der Hauptgrund warum  ich keine Rezepte mehr poste ist weil ich auch ein Kochbuch schreibe, aus irgendeinem Grund. Im Endeffekt vielleicht nur für mich. Man wird sehen), Termine mit einem Trainer beim Sportstudio bekommen, endlich mein Ölgemälde für meinen Freund fertig zu malen, zu lesen, endlich diesen Roman den ich seit 12 Jahren schreiben will zu schreiben und von den Lebensmittel und Kleidermotten die mein Leben gerade noch schwerer machen. Ich musste schon so viele Kleider wegwerfen. Die machen es einem nicht leicht tierfreundlich UND ökologisch zu sein. Ich hoffe der Lavendel hilft irgendwann und irgendwie… Und politisch aktiv will man auch noch sein. Und ein Privatleben haben. Aber dann wird man krank und erinnert sich, dass man noch 2 Wochen für zwei Hausarbeiten hat und weiß dass das nicht geht, und eine Klausur auch noch kommt und ach ja, der 3-Tage-Extra Uni kurs für den man noch hunderte von Texten lesen soll und vorbereiten. Aber Animal Cognition, was für ein spannendes Thema!

Neben all diesem Kram will ich dauernd bloggen. Immer fallen mir neue Sachen ein die ich schreiben will und muss, und das macht mich auch müde. (Ich blogge auch noch andersweitig über Konzerte in Berlin, das nimmt natürlich auch Zeit weg..).

Eigentlich wollte ich endlich mal über das Buch “Kein Fleisch macht glücklich: Mit gutem Gefühl essen und genießen” schreiben (Kurzinfo: gutes Buch. Lesen.) und natürlich über die paar Tage die ich in Leipzig mit meiner Mutter war. Da hab ich so viel veganen Süßkram gegessen, der so gut war. Brownies und Cupcakes zum reinlegen…

Aber nein, wie das so ist. Wenn man so kurz zwischen Tür und Angel Zeit hat was zu schreiben, kommt natürlich was anderes dabei raus. Und das ist ein Post der nur “ganz schnell und kurz” auf Ben Goldacre aufmerksam machen will mit einer dringenden Schauempfehlung für das Video unten.

 

 

Ich bin ein ganz großer Fan von Ben Goldacre, ursprünglich ein Arzt der dann Wissenschaftsautor und Epidemiologist wurde. Er hat mir so sehr geholfen dabei viele Dinge in der Ernährung und auch in Veganerkreisen kritisch zu hinterfragen. Damit macht man sich zwar nicht beliebt, aber im Endeffekt muss es trotzdem sein. Sein erstes Buch ist so toll, ich werde es bald noch einmal lesen und dann hoffentlich auch vorstellen können um daran auch ein wenig zu zeigen warum ich oft so negativ reagiere wenn von bestimmten Leuten bestimmte Aussagen zu Rohkost oder alternativen Medizintheorien kommen  – und das soll man nicht falsch verstehen, das Problem der alternativen Medizin ist nicht das sie alternativ ist, viele tolle neue medizinische Ideen kommen von Dingen die erst lange für unsinnig gehalten werden. Aber wenn es ganz ganz viele Studien gibt, die zeigen, dass etwas nicht wirkt. Oder es gibt garkeine Studien und Beweise für etwas, dann sollte man da eben auch kritisch bleiben. Auf Deutsch sieht sein erstes Buch “Bad Science” leider selbst ziemlich unwissenschaftlich aus. Dabei ist es top recherchiert und dabei doch ganz schnell und leicht zu lesen.

 

 

denn die wahre Bedrohung durch die Quacksalber liegt nicht etwa darin, dass ihre Kunden sterben könnten – was schlimmstenfalls auch passieren kann, aber ich möchte nicht ständig darauf rumreiten -, sondern dass sie das Verständnis der Öffentlichkeit von wissenschaftlicher Beweisführung systematisch aushöhlen.”

Gerade kommt sein neues Buch “Bad Pharma” raus indem er sich mit den Problematiken der Pharmaindustrie beschäftigt. Das finde ich sowieso schon extrem interessant, aber besonders freut mich, dass er wirklich jede Seite kritisch hinfragt. Das heißt von der Alternativmedizin kann er nicht als einer der bösen Pharmaleute dargestellt werden, die nur nicht wollen, dass funktionierte Alternativmedizinen ans Licht kommen. Und die Pharmaindustrie kann ihn natürlich auch nicht als Quaksalber abstempeln. Ich freue mich sehr wenn das Buch in der Buchhandlung liegt und ich es mir abholen kann. Auf dem Bild oben übrigens Goldacre mit seinem neuen Buch.

Hier ist ein Tolles Video von ihm wie er ihn 15 Minuten einen groben Überblick über seine Arbeit gibt. Und er ist, wie gesagt, ganz ganz toll. Leider muss er in diesem Vortrag recht schnell reden weil er nur so wenig Zeit hat, aber es lohnt sich wirklich sich das ganze mal anzusehen. Ursympathisch ist er auch noch.

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Essay Wettbewerb GAP “Dürfen wir Tiere essen?”

Wie ich bereits erwähnte, studiere ich Philosophie (bzw einen Kombi-BA aus Philosophie und Skandinavistik) und interesse mich da natürlich auch für Tierethik. Dieses Semester endlich konnte ich auch ein Proseminar zu diesem Thema besuchen und werde dazu eine Hausarbeit schreiben, die werde ich vielleicht hier auch posten, wenn sie benotet wurde und es jemanden interessiert.

Die Dozentin unseres Kurses hat  uns auf einen Essaywettbewerb der Gesellschaft für Analytische Philosophie hingewiesen.

Teilnahmeberechtigt für den Essaypreis sind generell Studierende und ehemalige Studierende aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz (Herkunfts- oder Studienland), die folgende Bedingungen erfüllen:

1. Sie absolvieren ein Studium der Philosophie oder ein Studium, in dem Philosophie einen wesentlichen Anteil ausmacht, oder haben ein solches Studium absolviert und

2. bei Ende der Ausschreibungsfrist gilt für sie (bezüglich dieses Studiums), (i) dass sie mindestens im fünften Fachsemester sind (gilt nicht für Promotionsstudiengänge) oder (ii) dass sie in einem Masterstudiengang immatrikuliert sind oder (iii) dass ihr letzter Studienabschluss (nicht Promotion) nicht länger als zwei Jahre zurück liegt.

 

Wenn ihr also selbst Philosophie studiert (habt) oder jemanden kennt der es studiert, dann wäre es eine Idee Wert da mit zu machen. Je mehr Veganer und Vegetarier mitmachen, desto klarer wird die Message und die Antwort auf die Frage. “Dürfen wir Tiere essen?” Nein. Bzw., damit ich auf 3000 Worte komme, eher: Nein, in normalen Umständen nicht. (Ich Skeptiker, ich).

15. Oktober 2012 ist der Abgabetermin.

Gewinnen kann man übrigens auch: 300, 200 und 100 Euro. Aber dafür mache ich sicher nicht mit. Ich erhoffe mir eher, dass, wenn ich es schaffe neben meinen 3 Hausarbeiten und dem Lernen für eine Klausur, mir so ein Essay mal helfen könnte meinen Gedanken auf einen Punkt zu bekommen. Jedenfalls grob zu wissen, was ist für mich eigentlich das beste Argument, unter all den Argumenten, dass wir Tiere nicht essen dürfen? Oder wird die Überzeugung erst so stark durch die Anhäufung aller Argumente?

 

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